Die Autorin Adele Sansone greift in dem Jugendbuch „Diese eine Reise“ das aktuelle Thema „Flüchtlinge und Asyl“ auf anschauliche Weise auf.
Warum flüchten Menschen aus ihrer Heimat? Weil sie Schmarotzer sind, die sich bei uns durchfüttern lassen wollen? Oder sind sie einfach nur bedauernswerte Opfer? Mit diesen Fragen und ihren eigenen Vorurteilen müssen sich Harry und Hannah für ein Schulprojekt beschäftigen. Das von ihrem Religionslehrer angeordnete Teamwork löst bei beiden Teenagern wenig Begeisterung aus. Während Harry vor allem mit rassistischen Sprüchen auffällt, ärgert sich Hannah maßlos über ihren Klassenkollegen: ihr tun Flüchtlinge einfach nur leid. Gemeinsam haben Hannah und Harry aber, dass sie sehr wenig über diese Menschen wissen.
Keine andere Wahl. Ihre Recherche beginnen Hannah und Harry im Flüchtlingsheim. Sie erfahren dadurch aus erster Hand, wieso Menschen alles zurücklassen: Weil sie zu Hause kaum überleben hätten können und es für sie schlichtweg keine andere Wahl gegeben hätte. Am Anfang sträubt sich Harry, aber mit Fortschreiten der Projektarbeit wird seine fremdenfeindliche Haltung immer mehr aufgeweicht. Hannah lernt, dass auch sie nicht frei von Vorurteilen ist und Flüchtlinge mit Mitleid alleine nicht geholfen ist. „Sie brauchen, was weiß ich ... offene Arme, ein Lächeln, ein freundliches Hallo (...) Eigentlich brauchen sie eins: Applaus“, schreibt Hannah in ihr Tagebuch.
Realitätsnahe Beschreibung. Die Autorin Adele Sansone, selbst Flüchtlingsbetreuerin, beschreibt die Situation der Asylsuchenden anschaulich und mit großer Sachkenntnis. Insgesamt ein lesenswertes Buch, das nicht nur jungen Menschen helfen sollte, manche Vorurteile und Grenzen im Kopf zu überwinden.