Von der Dauerberieselung bis zum Verkehrslärm: die Ohren sind der Welt ausgeliefert. In Linz wurde nun eine Charta zur Gestaltung der akustischen Dimension der Stadt beschlossen. Die Citypastoral der Diözese Linz ist dabei.
In seiner ersten Sitzung im Kulturhauptstadtjahr 2009 hat der Gemeinderat der Stadt Linz die „Linzer Charta“ und damit als erste Stadt weltweit einen Katalog mit Zielen und Werten für die Entwicklung und Gestaltung der Stadt im akustischen Sinn beschlossen. Die Diözese Linz und die Linzer Citypastoral beteiligen sich daran. Kirchen und kirchliche Gebäude sind mit dem Button „Beschallungsfrei“ ausgezeichnet. Von Mai bis Oktober wird der Ruhepol im Linzer Mariendom geöffnet.
Alles, was wir hören. „Der akustische Raum ist alles, was wir hören. In ihm konkretisieren sich unsere Lebensbedingungen ebenso unmittelbar wie – da wir das Gehör nicht abschalten können – unausweichlich. Der akustische Raum ist formbar“, erklärt Peter Androsch von Linz 09. Von der beschallungsfreien Straßenbahn bis zum Lärmschutz am Arbeitsplatz – der akustische Raum betrifft alle und gehört allen: Bau-, Verkehrs- und Raumentwicklungsprozesse in der Stadt sollen daher die Dimension des Hörens genauso in die Planung und Gestaltung miteinfließen lassen wie umgekehrt „Hörkompetenzen“ im Kindergarten durch musikalische Erziehung gefördert werden sollen. Ein erster Schritt ist die Bewusstseinsbildung dafür in den eigenen Linzer Betrieben, so Bürgermeister Franz Dobusch.