Erzbischof Sako ruft die Christen der Welt zur Solidarität mit zehntausenden christlichen Familien im Irak auf
Ausgabe: 2009/05, ohne Hoffnung, erschöpft, Hilfe, Erzbischof Sako, Luis Sako, Vatikan, Barack Obama, George Mitchell, Nahost-Sonderbeauftragter,
28.01.2009
Im Wahlkampf hat der neue US-Präsident Barack Obama versprochen, die US-amerikanischen Truppen – früher als geplant – binnen 16 Monaten aus dem Irak abzuziehen. Die irakischen Bischöfe warnten vergangene Woche während ihres Ad-Limina-Besuchs in Rom vor einem überstürzten Rückzug der USA. Der chaldäisch-katholische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, sagte gegenüber Radio Vatikan: „Falls es zu früh zu einem Truppenabzug kommt, dann ist das ein Desaster. Es wird unweigerlich einen Bürgerkrieg im Irak geben. Es gibt nicht genügend irakische Sicherheitskräfte, um die 25 Millionen Menschen im Land ausreichend zu schützen.“
Die Lage der Christen im Irak bezeichnete Erzbischof Sako als schrecklich. „Wir fühlen uns isoliert und verlassen. Die wenigen Christen im Irak sind erschöpft und haben keine Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Das ist tragisch. Denn sie haben Angst um ihre Kinder und um ihr Schicksal.“ Kritisch sieht Sako die Flucht der Christen aus dem Land. Er ruft die westlichen Kirchen auf, ihnen zu helfen, damit sie bleiben bzw. in den Irak zurückkehren können. Als Hoffnungsschimmer wird die Ernennung von Ex-Senator George Mitchell zum Nahost-Sonderbeauftragten gesehen. Mitchell, der aus einer christlichen Familie aus dem Libanon stammt, hat sich als US-Vermittler im Nordirland-Konflikt bewährt. 쇓