Dass Papst Benedikt mit der Aufhebung der Exkommunikation der vier lefebvrianischen Bischöfe auch einen Mann in den „Schoß der Kirche“ zurückholte, der das Verbrechen des Holocaust leugnet, empfinden viele Juden als Provokation. Auch katholische Bischöfe und Theologen fürchten einen schweren Rückschlag für die Beziehungen zwischen Juden und Kirche. Dass es bei dieser Affaire nicht nur um den Stein des Anstoßes, Bischof Richard Williamson, geht, sondern um eine weit verbreitete antijüdische Haltung unter der lefebvrianischen Anhängerschaft, macht die Sache nicht einfacher. Jetzt ist die Kirchenleitung gefordert, auch in ihren Handlungen – und nicht nur in ihren Worten – deutlich zu machen, dass jeder Antisemitismus mit dem katholischen Glauben unvereinbar ist.
Hans Baumgartner
Wozu ein Weltwirtschaftsforum?
Vergangenen Sonntag ist im schweizerischen Davos das 39. Weltwirtschaftsforum zu Ende gegangen. Unter dem gewichtigen Motto „Die Welt nach der Krise gestalten“ könnte man meinen, die zahlreichen Manager und Regierungschefs hätten im Rahmen der fünftägigen Veranstaltung mögliche Konzepte, Lösungen oder Auswege aus der Finanz- und Wirtschaftskrise aufgezeigt. Doch weit gefehlt. Es wurde zwar viel geredet und diskutiert, aber konkrete Inhalte gab es nicht. Man hat sich darauf beschränkt, die Krise mit beängstigenden Zahlen darzulegen. Wozu dieses Forum, wenn doch nur leeres Gerede dabei rauskommt?