Der designierte Weihbischof Dr. Gerhard Maria Wagner ist in allen deutschsprachigen Medien Thema. Im Folgenden dokumentiert die KirchenZeitung einige wenige „Splitter“ aus Interviews und Stellungnahmen.
Zur Bestellung. Aufhorchen ließ Abt Gregor Henckel-Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz in der Fernsehsendung „Im Zentrum“ (8. Februar 2009) und in einem Interview mit dem „Standard“ (9. Februar 2009) mit einer Aussage über die Bestellung von Dr. Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof: „Außerdem hat der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz, soweit ich weiß, Wagner ganz bewusst in Rom vorgeschlagen – wenn auch nicht in der ersten Phase.“ – Diözesanbischof Ludwig Schwarz stellt dazu fest: „Als Bischof bin ich an das päpstliche Schweigegebot gebunden, genauso wie alle anderen Personen, die in den Befragungsprozess eingebunden waren. Mit Abt Henckel-Donnersmarck habe ich diesbezüglich nie gesprochen. Überdies sieht das Kirchenrecht bei Bischofernennungen nur einen Dreiervorschlag durch den zuständigen Diözesanbischof vor.“
Gott und Strafe. Im „Kurier“ (7. Februar 2009) wird der designierte Weihbischof gefragt, ob „Naturkatastrophen also eine Strafe Gottes sind?“. Wagner: „Eltern strafen ja auch ihre Kinder – und das hoffentlich aus Liebe. Warum sollte Gott nicht auch ein Signal setzen? In der Heiligen Schrift haben wir ganz klar das Prinzip des strafenden Gottes.“ Kurier: „Aber vom strafenden Gott ist man doch schon lange abgekommen?“ – Weihbischof Wagner: „Den ,lieben Gott‘ gibt es ja nicht. Ich maße mir nicht an, ihn zu durchschauen. Wir brauchen den Gott, der uns an die Grenzen führt.“
Was habe ich von der Kirche? Der Wiener Pastoraltheologe Paul M. Zulehner nimmt in einem „Profil“-Interview (9. Februar 2009) zur levebrianischen Pius-Bruderschaft, zum Vatikan, zum neuen Linzer Weihbischof und zur Lage der Kirche allgemein Stellung: „Die österreichische Kirche befindet sich in einer heiklen Umbruchssituation. Die Menschen überprüfen ihr Verhältnis zur Kirche und fragen sich: Was irritiert mich und was gewinne ich dabei? Momentan hat man den Eindruck, dass sich die Kirche zu wenig um die Gratifikationen für die Menschen kümmert. In den Landgebieten zieht sie sich von den Menschen zurück (...) Sie dünnt die Zahl der Eucharistiefeiern aus.“
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