Pfarrer Mag. Josef Bauerist Obmann des Linzer Priesterkreises, Pfarrer in Hohenzell und Pfarrprovisor in St. Marienkirchen am Hausruck sowie Gefangenenseelsorger in Ried.
„Dass alle Gruppen im Gespräch künftig das Miteinander suchen und dass man einander respektiert“, wünschte sich Dr. Christoph Kardinal Schönborn im Namen der Bischöfe für die Diözese Linz.
Wir fragten bei Konsistorialrat Mag. Josef Bauer nach, dem Obmann des Linzer Priesterkreises, zu welchem Miteinander es kommen kann. Dr. Gerhard Maria Wagner – seiner Bitte um Rücknahme der Ernennung zum Weihbischof hat Rom entsprochen – kommt aus diesem Priesterkreis, der vor etwa 20 Jahren in Abgrenzung zur offiziellen diözesanen Linie gegründet worden ist. Vor allem in pastoralen Fragen sehen sich die etwa 30 Priesterkreis-Mitglieder nicht im Priesterrat vertreten.
Machtkartelle und Linzer Linie. „Zuerst eine Hasenjagd veranstalten, dann Dialog anbieten, sieht nach Zynismus aus“, sagt Pfarrer Bauer und sieht wenig Dialoggrundlage. Der Priesterkreis habe sich gegründet, um das biblisch-kirchliche Fundament ins Gespräch zu bringen. Es habe sich in den letzten Jahren aber gezeigt, „dass das Gespräch nicht recht viel Sinn hat. Denn da sind Machtkartelle in der Diözese Linz, wo ein Bischof nach dem anderen in die Linzer Linie eingebunden wird. Und wer sich nicht einbinden lässt, wird abgeschossen wie Weihbischof Wagner.“ Der Priesterkreis setze auf übernatürliche Hilfen. So wurde der Bischof-Rudigier-Gebetskreis gebildet, der für Priester betet. Drei Tage vor der Ernennung von Weihbischof Wagner wurde ein Gebetsring um Bischof Ludwig Schwarz gegründet. 50 Personen beten je eine Stunde pro Woche für den Bischof. Woher der Widerstand gegen Gerhard Maria Wagner in der Diözese komme, liege darin, „dass sich in der Diözese Linz in den vergangenen drei, vier Jahrzehnten eine unkatholische Haltung eingenistet hat“. Katholisch setze drei Dinge voraus: die Liebe zur Eucharistie, die Liebe zu Maria und die Liebe zum Papst. Das fehle zum Beispiel den „wild gewordenen Dechanten“, die Pfarrer Wagner als Weihbischof abgelehnt haben. „Wenn sie in der Verfestigung gegen den Papst ausharren, kann es keinen Dialog geben.“
Wagner wäre geblieben. Wagner wäre geblieben, sagt der Obmann des Priesterkreises, hätte ihn Bischof Ludwig nicht fallen gelassen. „Aber dem Bischof ist angst geworden.“ Und Bauer weiter: „Als Bischof Ludwig bei seiner Weihe am 18. September 2005 im Linzer Dom bei seiner Predigt bekannt hat, er werde dem Heiligen Vater in Demut, Ehrfurcht und Gehorsam verbunden sein, habe ich mir gedacht: Wenn du das nur durchhältst! ... Es hat den Anschein, dass er sich schwer damit tut.“
Zukunftsperspektiven. So wichtig sei die Diözese Linz angesichts der globalen Entwicklungen der nächsten Jahre nicht, sagt Pfarrer Josef Bauer. Die auf uns zukommenden Fragen – Bauer nimmt Bezug auf die Muttergottes-Botschaften von Garabandal (Nordspanien), Weltwirtschaftskrise und die instabile Weltpolitik – relativiere die Weihbischofsfrage in Linz. Der Priesterkreis werde bis dahin mit seinen bescheidenen Gebetskräften weitertun.