Rechts ist im Vormarsch – welch unheimliches Wort in Zusammenhang mit rechts. – Das Land soll Rechtsextremen keinen Raum geben, fordern jetzt Gewerkschaftsjugend, das Mauthausen Komitee Österreich und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus.
Anlass ist die Absicht der Burschenschaft „Arminia Czernowitz“, am 7. März in den Redoutensälen in Linz einen Festkommers durchzuführen. Das Mauthausen Komitee, das 1997 vom Österreichischen Gewerkschaftsbund und von der Bischofskonferenz der römisch katholischen Kirche mit den Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs als Partner gegründet wurde, sowie das Antifa-Netzwerk weisen darauf hin, dass die Arminia Czernowitz laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands dem rechtsextremen Milieu zuzurechnen ist. Arminia Czernowitz gehöre der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ an, die für ein Großdeutschland in den Grenzen vom 1. September 1939 eintritt. 1980 trat die Burschenschaft dem Komitee „Waffenstudenten für Dr. Burger“ bei, das Norbert Burger von der Nationaldemokratischen Partei NDP bei seiner Kandidatur zur Wahl des Bundespräsidenten unterstützte. Die NDP wurde 1988 wegen NS-Wiederbetätigung behördlich aufgelöst.
53 Organisationen. Dem „OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ gehören 53 politische, kirchliche, kulturelle und humanitäre Organisationen an. Ihr Sprecher ist Robert Eiter (Bild links, Interview rechte Spalte). Er wurde mit der „Welser Initiative gegen Faschismus“ im Jahr 2000 als KirchenZeitungs-Solidaritätspreisträger ausgezeichnet.
STICHWORT
Rechtsextrem
Zehn Prozent der Menschen in Österreich haben ein rechtsextremes Weltbild, ergab eine Studie im Jahr 2001. Autoritär, Mangel an demokratischen Haltungen und antisemitische Tradition sind Zutaten des Rechtsextremismus. „Die österreichischen Rechtsextremen haben deutschnationale-liberale und damit antiklerikale Wurzeln. Sie vertreten biologistisch-rassistische Ideen und vertragen sich kaum mit rechten kirchlichen Gruppen“, sagt Dr. Robert Eiter, der Sprecher des Antifa-Netzwerkes (siehe links).
Zentralraum. In Oberösterreich zählt Robert Eiter vor allem die „Junge Aktion“ zur rechtsextremen Szene. Sie ist aktiv im Zentralraum – Marchtrenk, Wels, Leonding, Traun, Linz – und greift bis nach Ried und ins südliche Mühlviertel. Eiter, der auch dem Landessicherheitsrat angehört, fordert dort Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus.
Harter Kern und Sympathisanten. Rechtsextreme planen am 18. April in Braunau und am 1. Mai in Linz Aufmärsche. „Vermutlich werden beide nach einer Gefährdungsanalyse des Landessicherheitsrates untersagt.“ Eiter schätzt den harten Kern der „Jungen Aktion“ auf ca. 70 Personen, mit den Sympathisanten dürften es 200 bis 300 sein. Offene Gewalttätigkeiten sind nicht bekannt.
Fanklubs. Im Umfeld mancher Fußball-Fanklubs und Skinheads wächst Rechtsextremismus.
Musikszene. Musik kann der Einstieg in den Rechtsextremismus sein. Eiter weist auf „Hassgruppen“ hin. „Es gibt keine Musikrichtung mehr, bei der es keine Naziversion gibt.“
Aufklärung. Bayern sollte Vorbild in der Aufklärung sein. Dort informiert eine Broschüre „hellhörig für braune Töne“.