„Nie wieder!“, schworen sich die Menschen, als der Nationalsozialismus gebrochen und damit der Zweite Weltkrieg beendet war! Doch beim „Nie wieder“ blieb es nicht. Schon wieder gibt es da und dort rechtsextreme Strömungen. Wachsamkeit ist gefordert – wehret den Anfängen.
Dieses „Den-Anfängen-Wehren“ ist auch ein Grund, warum das Mauthausen Komitee Österreich, dem auch die katholische Kirche angehört, immer wieder klare Ablehnungen rechtsradikaler Aktivitäten einmahnt (siehe KirchenZeitung Nr.10). Rechtsextremismus bzw. Neonazismus sind in Österreich verboten (Verbotsgesetz von 1945). Es betrifft nicht nur die Neubildung nationalsozialistischer Organisationen und Einrichtungen, sondern jede andere Form von Wiederbetätigung.
Information ist notwendig. Eine klare Handreichung zur Information und Aufklärung über den Rechtsextremismus fordert das Antifa-Netzwerk in Oberösterreich, etwa wie in Bayern. In eine Info-Broschüre müsste unter anderem aufgenommen werden, was verboten und was verdächtig rechtsextrem ist. So sollte dort nachzulesen sein über das Verbotsgesetz und das Abzeichengesetz. Letzteres untersagt das Tragen oder Zur-Schau-Stellen von Abzeichen, Uniformen oder Uniformteilen einer in Österreich verbotenen Organisation. Die rechte Szene verwendet, um Zugehörigkeit zu dokumentieren, dabei aber zu vermeiden, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, Symbole, Embleme, Logos und Codes, die Insider zu deuten wissen. Darunter fallen der Deutsche Reichsadler, das Eiserne Kreuz, der Gauwinkel, die Abbildung des Landser oder die „Schwarze Sonne“. Das Hakenkreuz wird meist versteckt verwendet, etwa als Tätowierung.
Zahlen- und andere Codes. Auch Zahlen werden als Codes verwendet. Es sind Ziffernkombinationen: 18, 28 und 88. – 18 weist hin auf den ersten Buchstaben des Alphabets und den achten: A und H, steht also für Adolf Hitler. Auch 28 ist nach diesem Schema zu entziffern – B und H, bedeutet Blood & Honour (Blut und Ehre). 88 wird genauso entschlüsselt: H und H – Heil Hitler. „14 Words“ ist eine Abkürzung für einen Satz, der aus 14 Wörtern besteht: „We must secure the existence of our people and a future for white children“ („Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft unserer weißen Kinder sichern“). „Kategorie C“ geht auf die frühere Qualifizierung der Polizei für gewaltbereite Hooligans zurück. Und „RaHoWa“ meint „Racial Holy War“ („Heiliger Rassenkrieg“). Merkmale von rechtsextrem. In der jüngsten „Antifa-Info“ des Instituts für angewandte Entwicklungspolitik erläutert Roman Schweidlenka in einem Beitrag unter anderem den Begriff „Rechtsextremismus“. Rechtsextremismus und (Neo-)Faschismus sind fast gleichbedeutende Begriffe. Der Rechtsextremismus lehnt unter anderem ab, dass alle Menschen gleich sind. Er wendet sich gegen die „freizügige“ Gesellschaft, konkret gegen die Demokratie, und tritt für eine einheitliche Volksgemeinschaft ein. Er ist massiv ausländerfeindlich. Weitere Merkmale sind u. a.: Gehorsam, Führerprinzip, Antisemitismus, Antiamerikanismus, Freund-Feind-Denken und Glaube an Weltverschwörungstheorien.