Die Grünen Oberösterreich haben am 5. März Persönlichkeiten der Diözese Linz zu einem „Wortwechsel“ eingeladen über „Kirche, Menschenrechte und Homosexualität“. Am Beginn sagte Rudi Anschober, dass Aussagen, wie sie im Zuge der dann zurückgenommenen Bestellung von Pfarrer Wagner zum Weihbischof gemacht worden sind, nicht nur in der Kirche Wirkung zeigen, sondern auch in der Gesellschaft. Er meinte die Aussage Wagners, wonach Homosexualität heilbar sei.
Glaube und sexuelle Orientierung. Die deklarierte lesbische Grün-Politikerin Edith Schmied sagte, als sie das von der Heilbarkeit von Homosexualität gehört habe, sei ihr die Luft weggeblieben. „Ich fühle mich gesund.“ Sie wies darauf hin, dass der Glaube vor sexueller Orientierung nicht Halt mache.
Differenziertes Bild. Die Diözesanvertreter – Bischofsvikar Willi Vieböck, Rolf Sauer, der Abteilungsleiter von „beziehungleben.at“, die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Erika Kirchweger und Dechant Josef Friedl waren bemüht, ein differenziertes Bild der kirchlichen Positionen zu zeichnen. Man müsse biblische Aussagen aus der Zeit heraus erklären, betonte nicht nur Vieböck. Man darf auch nicht Homosexualität meinen, wenn die Bibel von Pädophilie spricht. Friedl wies darauf hin, dass das Gewissen die oberste Instanz ist. Mehrmals wurde bedauert, dass die Diskussion über Homosexualität aus Rücksicht vor den vielen Schwierigkeiten in der Kirche kaum geführt wird. Ein Kennzeichen offener Kirche sei, so Kirchweger, dass sie bei den Menschen ist. Rolf Sauer betonte die Besonderheit der Ehe (in Abgrenzung zur Partnerschaft homosexueller Paare). Er wünsche sich, sagte er, dass die Grünen die Nachhaltigkeit von Beziehungen wertschätzen, wie sie im Institut der Ehe zum Ausdruck komme.