„Spiritualität zahlt sich aus“ lautet der Titel einer speziellen Seminarreihe in der Unternehmer-Akademie des WIFI. Wirtschaft und Ethik gehören zusammen, sind sich Wissenschafter der Katholisch-Theologischen Privatuniversität (KTU) und der Johannes-Kepler-Universität (JKU) einig.
Eines der Seminare im WIFI erklärt: „Wie die Spiritualität den Wirtschaftserfolg belebt“. Ein anderes fragt: „Solidarisch handeln – erfolgreich wirtschaften?“ Wieder ein anderes gibt „christliche Impulse für die moderne Wirtschaft“. Ethik, Moral, Spiritualität und Wirtschaft werden immer häufiger in ein Naheverhältnis gebracht. Für Universitätsprofessor Ferdinand Reisinger von der Katholisch-Theologischen Privatuniversität ist es auch eine wichtige Eingangsfrage der gemeinsam von KTU und JKU angebotenen Ringvorlesung, wie Ökonomie und Ethik wieder zusammengebracht werden können.
Großes Interesse. Die Universitätsprofessorin für Controlling an der Kepler-Universität in Linz, Dr. Birgit Feldbauer-Durstmüller, unterstreicht als eine der Haupt-Initiatorinnen dieses universitären Dialogs die Verantwortung der Wissenschaft: „Wichtig ist, dass wir im Controlling- Studium die Verantwortungsdimension ansprechen.“ Schon bisher hat es an ihrem Institut wissenschaftliche Arbeiten gegeben, die sich mit ethischen Fragen auseinandersetzen. Die Studentinnen und Studenten zeigen für die Themen großes Interesse. Aber nicht nur diese, auch die Forschenden und Lehrenden wenden sich aufmerksam Fragen von Ethik und Wirtschaft zu.
Dialog Wirtschaft – Uni. Die Ringvorlesung „Wirtschaft und Ethik“ (siehe rechte Spalte) bezeichnet Universitätsprofessorin Feldbauer-Durstmüller als notwendigen Dialog von Wirtschaft und Universität. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit und in Kooperation mit anderen Betriebswirtschaftlern hat sie schon einige Erfahrungen gesammelt. Eine ähnliche Ausgangsposition gibt es auch an der KTU mit dem Schwerpunkt Wirtschaft – Ethik – Gesellschaft, kurz „WiEGe“. Ein Arbeitsschwerpunkt des Controlling-Instituts befasst sich mit dem Krisenmanagement. Betriebswirtschaftliches Denken ist selbstverständlich, sagt sie. Aber die Berater bei Sanierungen sollen auch ethische Grundsätze bedenken: Wann kann Sanierung und unter welchen Bedingungen ethisch gerechtfertigt sein?
Universitäres Miteinander. Wenn sich beide Universitäten interdisziplinär öffnen, ist es naheliegend, dass nun KTU und JKU gemeinsam etwas entwickeln – die Ringvorlesung. Bei dieser wird auch präsentiert, was unter Beteiligung von Wissenschaftlern und Praktikern aus der Wirtschaft und der Theologie in den nächsten Wochen als Buch erscheint „Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensethik“. An der JKU wird zudem ein Masterstudium „Management und Ethik“ ausgearbeitet. Es soll 2010/2011 starten.
Zum Thema
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Am 19. März beginnt die für alle Interessenten offene Ringvorlesung „Wirtschaft und Ethik“. Sowohl an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz (KTU) als auch an der Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU) werden dazu insgesamt neun Veranstaltungen stattfinden (jeweils Donnerstag). Den Beginn macht Univ.Prof. Dr. Ferdinand Reisinger vom Institut für Pastoraltheologie der KTU (19. März, 18 Uhr, KTU, Hörsaal 1). An den Folge-Terminen wird immer jemand von der Wirtschaftswissenschaft und jemand von der Theologie mitwirken – universitäre Doppelconference!
Prof. Ferdinand Reisinger stellt in der Startvorlesung Grundfragen von Wirtschaft und Ethik gegenüber. Er geht den Fragen nach, warum Ethik und Wirtschaft auseinandergebrochen sind, nachdem sie einmal beisammen waren. Er wird die Begriffe „Ökonomie“ und „Ethik“ erläutern. – Die Ökonomie, die das rechte Haushalten meint, und die Ethik, die vom Wissen ums gute Leben handelt. – Wichtig ist Reisinger die Mitte zwischen falschem Moralisieren und einer Sachzwang-Ideologie.