Eineinhalb Stunden dauerte das Gespräch, das Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz am Montag, 16. März, mit dem Pfarrer von Ungenach, Josef Friedl, zur Klärung von dessen Zukunft als Priester geführt hat. Weitere Gespräche sollen folgen.
Dechant und Pfarrer Josef Friedl hatte im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung am 5. März, in der Folge auch in Medien, erklärt, dass er sich in den letzten Jahren nicht an das bei der Priesterweihe gegebene Versprechen, ehelos zu leben, hält und dass er zur Beziehung mit einer Frau steht. Das „Bekenntnis“ hatte Aufsehen erregt. Bischof Dr. Ludwig Schwarz lud nun Friedl zu einem klärenden Gespräch.
Thema bei Bischofskonferenz. Nach diesem Gespräch betonte nun Bischof Schwarz: „Unseren Dienst als Priester haben wir beide mit dem Zeichen der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen übernommen. Diese Regel gilt auch heute noch und ist in ihrer Gültigkeit ganz klar auf weltkirchlicher Ebene unterstrichen worden.“ Auch im Rahmen der Bischofskonferenz sei zu diesem Thema gesprochen worden. Bischof Schwarz verwies auf eine Stellungnahme des Vorsitzenden Kardinal Schönborn: „Für Priester ebenso wie für alle anderen Menschen sind Treue und das Versprechen zur Treue tragende Werte in der Gesellschaft. Ein Nichteinhalten bringt auf Dauer keinen Segen“.
Als Dechant abgesetzt. Am Gespräch im Bischofshof nahm neben dem Bischof und Pfarrer Friedl auch Generalvikar Severin Lederhilger teil. Im gemeinsamen Gespräch mit Friedl, so Bischof Schwarz, wurde vereinbart: „Pfarrer Friedl nimmt zur Kenntnis, dass er mit Wirkung vom heutigen Tag seines Amtes als Dechant enthoben wird“. In diesem Amt war er der unmittelbare Vertreter des Bischofs in seinem Dekanat.
Weitere Gespräche folgen. In der Erklärung des Bischofs heißt es weiter: „Die Unvereinbarkeit seiner nun persönlich deklarierten Lebensform mit dem ursprünglichen Versprechen verlangt jetzt – wie sich herausstellt – eine nähere Klärung dessen, was bisher öffentlich immer wieder als seine „Lebenspartnerschaft“ dargestellt wurde. Er selber hat dazu nie in irgendeiner Form der Öffentlichkeit gegenüber nähere Umstände geschildert.“ Dazu seien nun weitere Gespräche in nächster Zeit nötig. Im Kirchenrecht seien mehrmalige Gespräche für solche Situationen vorgesehen. Bischof Schwarz bat um Verständnis für diese Maßnahmen, auch dafür, „dass diese Angelegenheit nicht öffentlich behandelt wird.“ Pfarrer Josef Friedl selbst wollte sich nicht äußern.