Die Hospizidee – Schwerkranken beizustehen und das Sterben nicht aus dem Alltag wegzuschieben – findet immer mehr Verbreitung. Doch von einer flächendeckenden Versorgung mit mobilen Hospizteams ist man noch weit entfernt.
316 geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter/innen arbeiten zurzeit in Oberösterreich in zwei mobilen Hospizteams mit. Ihre Aufgabe: Schwerstkranke Menschen, für die es keine Heilung gibt, sowie ihre Angehörigen zu begleiten. Allein im Jahr 2008 haben sie 1100 Patient/innen betreut.
Nur in fünf Bezirken. In derzeit fünf oberösterreichischen Krankenhäusern gibt es eine Palliativ-Station. Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen finden hier vorübergehend Unterstützung, bis sie so weit stabilisiert sind, dass sie wieder nach Hause können, oder sie werden dort bis zum Sterben betreut. Der Ausbau der stationären und der mobilen Hospizarbeit wurde in Oberösterreich sehr gefördert, doch sprechen Verantwortliche derzeit von einer Stagnation. Zurzeit gibt es zwei mobile Teams – für den Zentralraum um Linz und für das Salzkammergut. Dabei mangelt es nicht an Freiwilligen, die sich für diese Aufgabe zur Verfügung stellen möchten. Es fehlt an Geld für die hauptamtlichen Begleiter und für die Infrastruktur, die solche Teams benötigen. Die beiden derzeitigen Hospizteams decken nur fünf der 18 Bezirke in Oberösterreich ab. Zur Flächendeckung würde man etwa sechs mobile Teams brauchen. Besonderes Augenmerk legt Mag. Ulrika Pribil (Caritas) auf schwerkranke Kinder, für die es keine Heilung gibt, und deren Angehörige. Hauptwunsch ist fast immer, dass die Kinder in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Zurzeit werden elf schwerstkranke Kinder von den Hospizteams in Oberösterreich betreut. Die gute Vernetzung zwischen Krankenhaus, mobilen Hospizteams und den Hausärzten hat bewirkt, dass heute wesentlich mehr Menschen zu Hause – liebevoll begleitet – sterben können als früher, meint Dr. Johann Zoidl, der Leiter der Palliativstation bei den Barmherzigen Schwestern in Linz.