Über die Bedeutung des Bernhard von Clairvaux referierte P. Dr. Bernhard Vosicky OCist im Fortbildungszentrum der Elisabethinen Linz. Der Vortrag war Teil einer 15-teiligen Reihe über die Orden. Bernhard von Clairvaux (um 1090 bis 1153) gilt als „zweiter Stifter“des Zisterzienserordens und als überragende Persönlichkeit, die Kirche und Gesellschaft so nachhaltig geprägt hat, dass das gesamte 12. Jahrhundert in der Kirchengeschichte nach Bernhard benannt wird. „Missverstandene Botschaften zwischen Minnesang und Kreuzzug“ betitelte P. Bernhard Vosicky aus dem Stift Heiligenkreuz seine Ausführungen. Die Rolle Bernhards als Prediger für den zweiten Kreuzzug steht bis heute in Diskussion. Vosicky betonte, dass es Bernhard um die Hilfe für die bedrängten Christen in den beim ersten Kreuzzug eroberten Gebieten ging und dass der Einsatz für die Ritter eine Chance sei, Sühne für ihre Sünden zu leisten. Besonders fasziniert P. Bernhard die Bedeutung der Erfahrung im Werk des heiligen Bernhard. „Glaube dem, der es erfahren hat“, schreibt der heilige Bernhard. Nicht um das Angelernte oder Erdachte geht es, sondern um die geistliche Erfahrung, so P. Bernhard.
- Nächste Veranstaltung im Fortbildungszentrum „forte“ (Museumsstraße 31) findet am Do., 16. April 2009, 9.30 bis 11 Uhr mit Prof. Alois Brandstetter statt: „Die Abtei – Nachdenken über die Rolle des Klosterlebens in seiner Literatur“.