Ausgabe: 2009/51, Weihnachtssound, Christmas, Heart, Rauscher, CD
16.12.2009
- Klaus Rauscher
Melissa Etheridge machte es, Sheryl Crow machte es, Jewel machte es, Aimee Mann machte es, Tori Amos machte es, Enya machte es, Christina Aguilera machte es, Mariah Carey machte es auch. Und jetzt hat es selbst Bob Dylan gemacht. His Bobness hat mit „Christmas In The Heart“ tatsächlich ein Weihnachtsalbum veröffentlicht. Die Songauswahl, die Dylan hier getroffen hat, präsentiert uns viele der üblichen Verdächtigen: „Do You Hear What I Hear?“, „Winter Wonderland“, „Little Drummer Boy“ oder „Have Yourself A Merry Little Christmas“. Genauso kitschig wie Weihnachtsalben eben sind, präsentiert sich dieses Album sowohl optisch als auch musikalisch: es sind die Glöckchen, die den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten ankündigen; die sanften Chöre im Hintergrund, die die Engel am Firmament fliegen lassen; die Bläser, das gestrichene Schlagzeug und die Harfen, die wohlige Kaminfeuerstimmung verbreiten und draußen den Schnee rieseln lassen. Und Dylans knarzig rauhe Stimme ist dazu ein angenehmer Gegensatz, die der ansonst üblichen Weihnachtsliederweichspülerei dem Kitsch soweit den Wind aus den Segeln nimmt, dass das Album nicht als unhörbare Christmas-Schnulze abgetan werden muss. Die Tatsache, dass Dylan die Erlöse dieses Albums der Wohltätigkeitsorganisation „Feed America“ spendet, macht ihn selbst schon fast zu einem Christkind. So wunderbar ein gutes Weihnachtsalbum zur Weihnachtszeit auch sein mag, so unhörbar wird es das restliche Jahr über sein. Nicht anders wird es uns mit „Christmas In The Heart“ ergehen.
- Bob Dylan – Christmas In The Heart (erschienen bei Columbia)