Zum Titelbild: ... und ihr werdet ein Kind finden ...
Die Krippe – das Erkennungszeichen der Kleinen Schwestern Jesu
Ausgabe: 2009/52, Weihnacht, Weihnachten, Kleine Schwestern, Krippe, Jesus, Jususkind, Titelbild
22.12.2009
In der Kapelle der Kleinen Schwestern Jesu in Linz: unter dem Kreuz das Kind in der Krippe.
Das Jesuskind, das seine Hände dem Betrachter entgegenstreckt und lächelt – diese Geste ist die Kurzfassung der Spiritualität der Kleinen Schwestern und ein Impuls zum Weihnachtsfest für alle Christen.
In jeder Kapelle der Ordensgemeinschaft der Kleinen Schwestern Jesu – sie leben im Geist von Charles de Foucauld – findet sich das ganze Jahr hindurch eine Krippe mit dem Jesuskind. Die Jesusfigur ist in Ton gefertigt, künstlerisch nicht herausragend, aber in ihrer Schlichtheit doch ansprechend. Ausgestreckte Hände und ein Lächeln auf dem Gesicht – diese Art der Darstellung geht auf die Kleine Schwester Madeleine von Jesus (1898 bis 1989), die Gründerin der Ordensgemeinschaft, zurück und ist zum Markenzeichen geworden. Kl. Sr. Madeleine ist vom Geheimnis der Menschwerdung Gottes tief berührt. Gerade in der Schwäche und Ohnmacht des Kindes zeigt sich die Menschlichkeit Gottes, ja noch mehr – die Zärtlichkeit Gottes. Es geht ihr dabei aber nicht um eine Verniedlichung Jesu, sondern sie sieht im Kind immer schon den ganzen Christus, auch den Gekreuzigten. Und dennoch gilt – „Gott will mit diesem Kind die Herzen berühren“, sagt Kl. Sr. Friederike, die in Linz lebt und den Haushalt der Gemeinschaft versorgt. Kl. Sr. Resi präzisiert: „Jeder darf zu Jesus kommen, vor dem Kind braucht niemand Angst zu haben.“ – Das zeigt die Jesusfigur in der Kapelle der Kleinen Schwestern in Linz, die das Titelbild der Weihnachtsausgabe der KirchenZeitung ziert.
Zum Anfangsfest des Christenglaubens
Am Ende des Jahres steht ein Fest. Weihnachten. Das Geburtsfest Jesu. Keine „Schlussandacht“, sondern das Anfangsfest des Christenglaubens ist es.
Ein bewegtes Jahr Kirchengeschichte – das war das Jahr 2009 in der Diözese Linz. Welche Richtung soll die Kirche nehmen? Wie wird sie den Menschen am besten gerecht? An Ereignissen wie der zurückgezogenen Weihbischofsernennung, aber auch an weltkirchlichen Ereignissen wie etwa den Auseinandersetzungen um die Pius-Bruderschaft wurde das Ringen um den angemessenen Weg deutlich. Die KirchenZeitung hat durch dieses bewegte Jahr begleitet. Viele haben in diesem Jahr ihre Sorgen bezüglich Kirche mitgeteilt. Doch viele haben auch ihren Glauben ins Gespräch gebracht, etwa in unserer inpuncto-Beilage „glaubenswert“. Das wesentliche und wichtigste Stück des Weges ist dasjenige, das vor uns liegt. Das Wohin des Weges. Weihnachten ist das Ausgangsfest für diesen Weg. Seit 2000 Jahren sind Christen auf diesem Weg unterwegs, immer wieder neu. Die Zeitung, die das Evangelium in der Mitte hat, wird ihre Leserinnen und Leser auch im neuen Jahr 2010 begleiten. Mit Neugier darf man diesem Jahr entgegensehen. Doch gerade zu Weihnachten kann man bedenken: Neben der Neugier braucht es vor allem Offenheit – für das Unerwartete und oft Überraschende.
Dass das Weihnachtsfest 2009 und das neue Jahr 2010 solche guten Überraschungen bringen, wünschen Ihnen zusammen mit Bischof Dr. Ludwig Schwarz Herausgeber Willi Vieböck und das ganze Team Ihrer KirchenZeitung.