Zu Weihnachten findet in der Geburtsstadt Jesu ein Rock-Festival statt. Initiiert hat dieses Fest Emmanuel Fleckenstein. Der Gitarrist der österreichischen Rock-Band „Cardiac Move“ will mit diesem Projekt ein solidarisches Zeichen der Hoffnung setzen.
Jedes Jahr verbringt Emmanuel Fleckenstein das Weihnachtsfest in Bethlehem bei seinen Eltern, einer palästinensischen Mutter und einem deutschen Vater. In den vergangenen Jahren ist ihm aufgefallen, dass die weihnachtliche Stimmung unter der Bevölkerung immer bedrückter wurde. „Weltweit wird Weihnachten groß gefeiert, doch in Bethlehem, wo dieses Fest eigentlich begonnen hat, ist die Stimmung so traurig. Ich dachte, das muss geändert werden“, erzählt der Gitarrist. So hat er seine Kontakte zu Musikern spielen lassen, den Verein „Kulturelle Brücken mit dem Heiligen Land“ ins Leben gerufen und ein tolles Programm für „Rock to Bethlehem“ auf die Beine gestellt. Seine arabische Muttersprache war ihm bei der Organisation natürlich sehr hilfreich. Insgesamt 16 Rock-Bands aus Deutschland, Österreich, Belgien, Amerika und Palästina werden von 22. bis 24. 12. u. a. am Krippenplatz vor der Geburtskirche Open-Air-Konzerte bei freiem Eintritt geben.
Zeichen gesetzt. „Ich bin ja halb Deutscher, halb Palästinenser, in Jerusalem geboren und in Bethlehem aufgewachsen; deshalb sind mir die Christen in der Stadt ein großes Anliegen. Der Konflikt im Heiligen Land setzt den Menschen zu. Bethlehem ist von einer Mauer umgeben, Arbeitsplätze sind rar, für die Jugend gibt es kaum Angebote. Viele verlassen deshalb die Stadt. Die Menschen hier haben das Gefühl, vergessen zu sein. Deshalb möchte ich mit dem Festival ein Zeichen setzen und zeigen, dass die Menschen hier nicht vergessen sind“, so der 25-jährige Katholik, der in Wien lebt und dort Musikwissenschaften studiert. Unterstützt wird „Rock to Bethlehem“ u. a. von Kardinal Christoph Schönborn.
„Ich bin mit Musik aufgewachsen. Mit drei Jahren habe ich begonnen, Klavier zu spielen, später Gitarre. Musik ist für mich wie essen, trinken oder schlafen, ich brauche das. Für mich ist das ein Weg, Emotionen auszudrücken und Botschaften rüberzubringen.“