Bei Hildegard Redl in Guggenberg 2, Ried im Traunkreis, wohnen seit 2002 immer wieder Menschen mit psychischen Problemen, die von pro mente betreut werden. Seit 2002 sind es sieben Personen (gewesen). Hildegard Redl erm?glicht ihnen durch die Lebensf
Bei Hildegard Redl in Ried im Traunkreis wohnen seit 2002 psychisch kranke Menschen. Sie brauchen Unterstützung im Alltag und bleiben unterschiedlich lang.Maria ist nun schon mehr als zwei Jahre bei Frau Redl, Stefan ein halbes Jahr.
„Lebensform Familie“ nennt sich dieses Projekt von pro mente. „Es gibt immer etwas zu tun“, erzählt Frau Redl: Sie kocht gerne und sorgt für die Verpflegung der Mitbewohner. Sie begleitet und unterstützt motivierend bei Wegen des Alltags: Zu Behörden, bei Kontakt mit der Herkunftsfamilie oder zum Arzt. Maria brauchte in den letzten Wochen viel Begleitung, denn sie hat sich den Fuß gebrochen und einen Liegegips bekommen.
Selbstständig werden. Stefan und Maria fühlen sich bei Hildegard Redl wohl. Die Sicherheit, die ihnen das Mitwohnen bei der Gastmutter und deren Fürsorge gibt, ist wichtig für ihr Hineinwachsen in einen selbständigeren Alltag. Tagsüber ist Stefan in der pro mente Tagesstruktur und Maria bei der Lebenshilfe beschäftigt. Das Arbeiten und das Wohnen unter möglichst alltäglichen Voraussetzungen sind eine wichtige Basis, um sich an ein selbstständiges Leben gewöhnen zu können. Während sie bei den Gastfamilien wohnen, hält eine Betreuerin bzw. ein Betreuer Kontakt zur Familie. Laienhelferinnen machen das Netz an Beziehungen noch dichter. Probewohnen. Mitwohnen in einer Gastfamilie ist keine Sache auf die Stunde. Beim Probewohnen können beide Seiten erspüren, wie gut sie zusammen passen. Frau Redl hat bisher sieben Gäste gehabt. Sieben Mal hat sie Ja zum Mitwohnen von Menschen gesagt, die alle ein belastendes psychisches Binkerl mit sich tragen. Und bis heute hat sich an ihrer Einstellung nichts geändert: Mich freut die Arbeit, ich habe ja auch die Räumlichkeiten dazu ...“ Sensibilität ist dabei wichtig, um sich in die Handlungen und Wünsche der Personen hinein denken zu können.
In der Gemeinde integriert. Mit sichtbarer Freude erzählt Hildegard Redl von den Talenten ihrer Gäste und wie sie sich in der Gemeinde integriert haben. Stefan spielt Zither. Nun ist er im Tonstudio eingeladen. Und er malt auch. Maria liest gerne und nimmt am Pfarrleben teil. Zu den meisten der bisherigen Mitbewohner/ innen hat Frau Redl weiterhin Kontakt. Natürlich ist nicht immer alles glatt gelaufen. Ein Bewohner setzte z. B. die Medikamente ab und wurde wieder rückfällig. Das ändert nichts daran, dass Freiheit und Selbstständigkeit genauso wichtig sind wie Integration, und Fürsorge in der Gastfamilie.
Zur Sache
Gastgeber Familie
Alleine in Oberösterreich geben 19 Familien für insgesamt 21 Menschen mit psychischen Erkrankungen Herberge. Stärker verbreitet ist dieses Projekt in der Steiermark. Familien, Lebensgemeinschaften oder Einzelpersonen können ein Gast-Zuhause bieten. Wichtig ist, dass dieGäste mit der Familie mitleben können und ein eigenes Zimmer haben.
Gast in der Familie
Das Angebot richtet sich an psychisch kranke Menschen, deren akute Krankheitsphase abgeklungen ist, die aber zur Bewältigung ihres Alltags Unterstützung und Begleitung brauchen.
Gastfamilie werden
Das Team der „Lebensform Familie“ von pro mente besucht Familien, die sich als Gastfamilien bewerben, erkundigt sich über die räumlichen Voraussetzungen und macht sich in einem ausführlichen Gespräch von allen sonstigen Rahmenbedingungen ein Bild. In Frage kommende Gastbewohner/innen und Familien werden dann vermittelt.
Unterstützung
Die Gastfamilie erhält einmonatliches Entgelt. Ein/e Pro mente-Mitarbeiter/in besucht die Gastfamilie regelmäßig und ist für alle Fragen und Probleme Ansprechpartner.
Adressen
pro mente OÖ, Lebensform Familie, Barbara Strauch, Tel. 0664/54 18 618 www.pmooe.at
In Vorarlberg suchen die Psychosozialen Gesundheitsdienste Gastfamilien für Jugendliche.