In der Weihnachtszeit sind die Christen aufmerksamer, was in Israel und Palästina, im Land der heiligen Stätten, vor sich geht. Sie erhalten unterschiedlichste Nachrichten.
Eine christliche Stimme. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, feierte am 20. Dezember in Gaza mit den örtlichen Katholiken das Weihnachtsfest. Twal hat daran erinnert, dass vor einem Jahr (Gaza-Offensive Israels Ende Dezember 2008) die einzigen Waffen der Christen zur Überwindung der Trostlosigkeit das Gebet und die Gemeinschaft mit den Christen in aller Welt gewesen sei. „Die kriegerischen Ereignisse haben zahllosen Menschen, unter ihnen vielen Kindern, das Leben gekostet. In Gaza ist sehr viel zerstört worden.“ Es gehe jetzt darum, sich mit den Leidenden verbunden zu fühlen.
Eine jüdische Stimme. Beim Israel-Besuch einer Delegation aus Oberösterreich Ende November kam es zu einer Begegnung mit Dan Ashbel, der Israels Botschafter in Wien war und nun das israelische Parlament berät. Er meinte: „Wenige Staaten stehen vor solchen Problemen wie Israel.“ Die Frage sei: Wie setzen sich Demokratien mit Terrorangriffen auseinander? Die Mauer/den Zaun nannte Ashbel eine schlimme Einrichtung, „die eines nicht tut: Sie tötet nicht. Gäbe es keine Terroranschläge, gäbe es keinen Zaun.“ Einstellung der Terroranschläge und die Anerkennung des Existenzrechts Israels seien Bedingungen für Verhandlungen.
Eine palästinensische Stimme. Die Delegation traf auch die palästinensische Christin und Tourismusministerin Khouloud Daibes. Sie bedauerte, dass die Palästina-Pilger fast ausschließlich nur für ein paar Stunden heilige Stätten auf palästinensischem Gebiet besuchen. Nur wenige würden etwa in Bethlehem übernachten. „Pilger müssen über Israel oder Jordanien anreisen.“ So bestimmten die Israelis alles: Wer reinkommt und wie. Nur 42 palästinensische Reiseführer dürfen nach Israel.
An den ORF gewandt, der das „Friedenslicht“ organisiert, meinte Daibes: „Denken Sie auch an die Menschen, treffen Sie sich mit christlichen Palästinensern.“ Jeder Pilger habe eine Verantwortung, „auf beiden Seiten Zeit zu verbringen und nicht nur zu beten!“