Ausgabe: 2009/52, Panorama, Frieden, Schöpfung, Ban Ki-Moon, UN
22.12.2009
Während beim Weltklimagipfel in Kopenhagen die Regierungschefs am Verhandlungstisch Platz nahmen, veröffentlichte der Vatikan einen aufrüttelnden Appell für die Bewahrung der Schöpfung. Papst Benedikt hat in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Jänner zu einer radikalen ökologischen Wende und zu einem „neuen Bund zwischen Mensch und Umwelt“ aufgerufen. Der missbräuchliche Umgang mit der Erde und den von Gott geschenkten Gütern sei nicht weniger besorgniserregend als Kriege und Terrorismus, schreibt der Papst. „Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Umwelt“, redete der Papst den Verhandlern in Kopenhagen mit seiner Botschaft ins Gewissen.
Angesichts des Klimawandels, der Ausbreitung von Wüsten und dem Artensterben sei jede Gleichgültigkeit unverantwortlich, betont der Papst. Eindringlich warnt er vor drohenden Konflikten um Trinkwasser und natürliche Rohstoffe. Wenn die Verantwortung nicht gemeinsam von allen übernommen werde, können nur alle verlieren, mahnt der Papst und ruft den Industrieländern ihre besondere Verantwortung in Erinnerung. Die ökologische Frage sieht der Papst auch als historische Chance, die Entwicklungspolitik an ganzheitlichen Maßstäben neu auszurichten. Gerade in diese Richtung haben sich in Kopenhagen die reichen Nationen aber kaum bewegt.