Raketen und Böller abfeuern ist ein beliebter Silvesterbrauch. Das, obwohl der Abschuss in Ortsgebieten eigentlich verboten und auch nicht ganz ungefährlich ist.
Der Jahreswechsel steht vor der Tür und bringt gute Vorsätze, ausgelassene Feiern und einen wahren Raketenhagel mit sich. Das alte Jahr hinauszuschießen hat eine lange Tradition, die sich ungebrochener Beliebtheit erfreut. Vor allem junge Menschen unter 30 wollen auf Raketen und Böller nicht verzichten, ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes Makam.
Großes Risiko für Jugendliche. Jugendliche zählen zur größten Risikogruppe, was Brandverletzungen durch Raketen- und Böllerschießen betrifft. „Besonders beliebt, aber auch gefährlich ist, dass sich Jugendliche gegenseitig die Kracher in ihre Kapuzen schmeißen. Dadurch kann sich die Kleidung leicht entzünden“, sagt Dr. Arhur Eisenbeiss, Direktor der Brandverhütungsstelle Oberösterreich, im Gespräch mit der KirchenZeitung. Er weist daraufhin, dass Schweizer Kracher und Raketen laut Pyrotechnikgesetz erst ab 18 Jahren erlaubt sind. „Aber“, so Eisenbeiss, „nur zu sagen, das ist verboten, wird nicht genügen.“ Auch Erwachsene müssten einen verantwortungsvollen Umgang mit Böllern und Raketen an den Tag legen.
Betrunken Raketen abfeuern. Zu den Sicherheitsregeln zählt etwa, versagende Raketen oder sonstige Knallkörper nicht sofort aufzuheben, da es sich bei diesen um Zeitzünder handeln könnte. Und: „Wer angetrunken ist, darf sowieso keine Böller oder Raketen mehr schießen“, betont der Experte. Ein weiterer Risikofaktor ist der Lärmpegel von Feuerwerkskörpern, der Düsenjets bei Weitem übertrifft. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte empfehlen deshalb, sich mehr als zehn Meter von den Knallkörpern fernzuhalten oder generell Ohrenstöpsel zu verwenden.
Kracher in Orten verboten. Dabei wissen nur die wenigsten, dass die Verwendung von Raketen und Böllern nur in jenen Orten gestattet ist, in denen es eine Freigabe des Bürgermeisters gibt. So sind – im Gegensatz zu Linz – in Graz heuer bereits das zweite Jahr Silvesterkracher verboten. Ausnahme ist das offizielle Feuerwerk am Grazer Schlossberg. br>Den Profis den Vorzug zu geben, hält auch Arthur Eisenbeiss für sinnvoll. Eine Siedlung könne beispielswiese zusammenlegen, damit professionelle Anbieter für alle ein schönes Feuerwerk im Ortsteil gestalten, und darauf verzichten, dass jeder selbst unkoordiniert in den Himmel schießt. Eisenbeiss: „Das ist ungefährlicher, schöner anzuschauen und obendrein meistens deutlich billiger.“
Brot statt Böller alssinnvolle Alternative
Fast 10 Mio Euro geben die Österreicher/innen pro Jahr für Silvesterraketen und Böller aus. Mit der Aktion „Brot statt Böller“ ruft die Katholische Jugend Oberösterreich seit 1998 jedes Jahr dazu auf, auf Raketen und Böller teilweise oder ganz zu verzichten. Es geht darum, solidarisch zu feiern und ein Eine-Welt-Projekt mit einer Spende zu unterstützen – etwa im Rahmen des Gottesdienstes zu Silvester.
„Muss es immer so viel sein, was verpulvert wird?“, fragt sich beispielsweise Hartkirchens Pfarrer Rudolf Wolfsberger und unterstützt deshalb das Projekt „Brot statt Böller“. So wie unter anderem auch die Pfarren Rohr im Kremstal oder Hellmonsödt.
- Infos zu der Aktion finden sich unter: http://ooe.kjweb.at/bsb