Ausgabe: 2010/02, Gebauer, Burg Altpernstein, Renovierung, Arbeit, Investition
13.01.2010
- Paul Stütz
1000 Jahre hat die Burg Altpernstein auf dem Buckel. Die Zeit ist nicht spurlos an dem Gemäuer vorübergegangen, zahlreiche Renovierungsarbeiten sind erforderlich. Wann diese geschehen sollen, darüber gibt es in der Diözese Uneinigkeit.
Hoch über dem Ort Micheldorf und dem Kremstal thront die Burg Altpernstein. Das Gebäude, das seit mehreren Jahrzehnten als Begegnungszentrum für die Katholische Jugend dient, ist 1000 Jahre alt. Es ist auch diese Mittelalterromantik, die zur Erfolgsgeschichte der „Jugendburg“ beiträgt. Doch seit in den letzten Jahren immer mehr Renovierungsarbeiten anstehen ist die Idylle zumindest etwas getrübt. Die lange Liste an notwendigen Maßnahmen reicht von der Burgfassade über das Heizungsystem, die Fenster bis hin zum Speisesaal.
b>Risse in Burgbrücke. Dass die Burgbrücke Risse hat, ist nicht nur ein optisches Problem, meint Burgleiter Peter Gebauer. Es könne sein, dass diese bereits in wenigen Jahren für den Autoverkehr gesperrt werden muss, wenn nicht saniert wird, befürchtet er. „Das wäre wirklich verheerend für uns. Die Brücke ist für die Burg eine Lebensader“, sagt Gebauer. Komplett anders schätzt hingegen der für die Diözese Linz zuständige Baureferent DI Manfred Gabriel die Lage ein: „Eine Sperre ist überhaupt nicht zu befürchten“, betont er. Was die gesamten Renovierungsarbeiten auf der Burg angeht, sagt er: „Rein bautechnisch gesehen gibt es keine besonders dringenden Arbeiten. Es ist für mich außerdem eine Frage, was ich von einem 1000 Jahre alten Gebäude erwarte. Die Burg ist kein Fünf-Sterne-Hotel.“
Unklare Kostenschätzung. Einig sind sich Gabriel und Gebauer jedoch, dass die Kosteneinschätzung bei Renovierungsmaßnahmen auf der Burg sehr schwierig ist. Ein Beispiel: Gänzlich unbekannt ist, auf welchen Untergrund man bei der Sanierung des Speisesaals trifft. „Es ist wie ein Fass ohne Boden“, sagt Gebauer. Dennoch: Für die Sanierung der Burg gibt der gelernte Tischler und Pädagoge eine vorsichtige Kostenschätzung ab. Das „Minimalprogramm“, das die wichtigsten Bauvorhaben umfasst, würde kaum unter drei Millionen Euro zu haben sein.
„Keine Strategie“. Zwar ist in den letzten Jahren unter anderem das Dach und der Männerwaschraum renoviert worden, das ist aber noch zu wenig, meint Gebauer. „Wir sind nicht akut bedroht, aber wenn es so weitergeht, dass Renovierungsarbeiten nicht angegangen werden, kann es in zehn bis fünfzehn Jahren sehr eng werden.“ Was der Burgleiter vermisst, ist eine erkennbare Sanierungsstrategie der Diözese Linz, klare Finanzierungszusagen der Diözesanfinanzkammer (DFK) und damit verbunden ein Bekenntnis pro Burg. Der Direktor der DFK, Mag. Reinhold Prinz, sagt zur Situation der Burg Altpernstein: „Wir haben und werden bei der Burg immer das machen, was notwendig ist. Mit Augenmaß und Ziel, denn in der Diözese müssen wir jeden Cent und Euro umdrehen. 2010 werden wir die Renovierungssumme gegenüber dem Vorjahr verdreifachen.“ Die absoluten Zahlen will Prinz ausdrücklich nicht nennen.
Eine gute Investition. Sonnenklar ist für den Burgleiter Peter Gebauer, dass es sinnvoll sei, Geld der Diözese in die Burg zu investieren. Die Burg hat Kultstatus und ist österreichweit einzigartig in der katholischen Jugendarbeit. „Hier können wir Jugendliche für die Kirche begeistern“, sagt Gebauer. Zudem sei der Standort Burg einfach ideal: „Rundherum Natur und keine Nachbarn.“