Ausgabe: 2010/02, CD, Tipp, The Sun Came Out, Finn, Rauscher
13.01.2010
- Klaus Rauscher
Nachdem Neil Finn, ehemals Kopf von Crowded House, vor acht Jahren einen Haufen renommierter Freunde um sich geschart und dann ein herrliches Live-Album eingespielt hat, geht das Projekt „7 Worlds Collide“ nun in die zweite Phase: Gemeinsam mit Größen wie Jeff Tweedy, Johnny Marr, Lisa Germano oder Phil Selway von Radiohead hat Neil Finn im letzten Winkel der Welt, in Auckland, eine Studiosession anberaumt und das Ergebnis veröffentlicht. Die bunte Truppe dürfte bei ihren Aufnahmen viel Spaß gehabt haben, denn vor allem der erste Teil des Albums sprüht vor Leichtigkeit, Verspieltheit und der Lust,Musik zu machen. Mit dem leichtfüßigen „Too Blue“ eröffnen Johnny Marr und Neil Finn den Songreigen, ehe dann Jeff Tweedy „You Never Know“ vom großartigen letzten Wilco-Album nachreicht. Das heimliche Highlight der ersten CD setzt dann aber Lisa Germano mit „Reptile“, einem Song, der seine Entkrampftheit und Lebensfreude vor allem aus dem Lachen, Kichern und Getuschel im Background schöpft. Die zweite CD vermag dann dem ersten Teil nicht mehr ganz das Wasser reichen. Zunächst bringt zwar Neil Finn mit „All Comedians Suffer“ noch mal Schwung in die Bude und Bruder Tim setzt mit dem akustischen „Riding The Wave“ das musikalische Glanzstück im zweiten Durchgang, der Rest plätschert dann aber doch etwas beliebig dahin: sowohl Bic Rungas „A Change Of Heart“ als auch Phil Selways „The Witching Hour“ bleiben dünn und kraftlos und KT Tunstalls „Hazel Black“ ist zwar ein rockiger Gegensatz, wirkt aber dennoch eintönig.
- 7 Worlds Collide – The Sun Came Out (erschienen bei Sony Music)