30.000 Jugendliche aus Europa und Übersee verbrachten die Tage um Neujahr in der Kultur- und Messestadt Poznan (Posen). Damit machte das Europäische Taizé-Jugendtreffen seit der Wende vor 20 Jahren zum vierten Mal in Polen Station. Bereits im großen Umbruchsjahr 1989 wählten die Brüder von Taizé, die damals schon viele Kontakte zu gläubigen Jugendlichen aus Polen hatten, Breslau als ersten Ort hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang aus, an dem sie ihre jährliche europäische Großveranstaltung auf dem „Pilgerweg des Vertrauens“ abhielten. Inzwischen finden auf dem 1978 von Frère Roger begonnenem „Pilgerweg“ auch auf asiatischem und lateinamerikanischem Boden große Jugendtreffen statt. Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden waren die zentralen Themen, mit denen sich die Jugendlichen in Poznan beschäftigten. Daneben gab es zahlreiche Einladungen zum gemeinsamen Gebet und zu Gesprächen darüber, wie junge Menschen heute den Glauben leben können. Frère Alois, der im Herbst mit zwei Brüdern mehrere Wochen China bereist hatte, erzählte vom tiefen Glauben junger Chinesen, aber auch von deren Bedrängnissen. Er rief die Jugendlichen auf, die Freiheit zu nutzen, um aus ihrem Glauben heraus gegen Strukturen der Ungerechtigkeit zu kämpfen. Denn eine neue Kultur der Solidarität und des Friedens bedürfe einer „Veränderung der Herzen“.