2009 war für die Kirche Österreichs einKrisenjahr. Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen über die Kirchenaustritte und -eintritte machen es schmerzlich deutlich.
0,95 Prozent der Katholiken haben im Vorjahr die katholische Kirche verlassen (Oberösterreich: 0,9 %). Generalvikar Dr. Severin Lederhilger ist trotzdem zunächst „für die Solidarität von 1,03 Millionen Katholik/innen dankbar, „die sich in Oberösterreich zur Kirche bekennen und dadurch unsere Gesellschaft wesentlich mitgestalten.“ Er verweist auf die „vielen Bemühungen, den seelsorglichen Einsatz und die Aufgaben im Sozial- und Bildungsbereich, die von der Kirche wahrgenommen werden.“ Umso mehr – so Lederhilger – „macht es mich betroffen und gibt mir zu denken, dass jedes Jahr Menschen ihre kirchliche Heimat mit einem Kirchenaustritt aufgeben.“ Die Gründe dafür ließen sich nicht bloß auf einige emotional geführte Diskussionen in Österreich oder in der Diözese zurückführen. Die Kirche will mit den Ausgetretenen ins Gespräch kommen, sie will in der Gesellschaft bei den Menschen vor Ort präsent sein. Dazu – so Lederhilger – „brauchen wir auch das öffentliche Bekenntnis zur katholischen Kirche, ein Mitdenken und Mittun sowie eine materielle Unterstützung.“ Schließlich gehe es um Antworten auf Notlagen und Wertfragen aus dem Evangelium heraus.