Dominik Duka, seit 1998 Bischöf von Königgrätz, ist von Papst Benedikt zum neuen Erzbischof von Prag ernannt worden. Duka wird Nachfolger von Kardinal Miloslav Vlk.
Er gilt als offen und dialogbereit, als Vermittler, der Dinge bewegen kann. Geschätzt wird Dominik Duka auch wegen seiner diplomatischen und intellektuellen Fähigkeiten. Die Zeit während des kommunistischen Regimes in seiner Heimat Tschechien war für ihn als Dominikaner nicht leicht. Obwohl ihm verboten wurde, als Priester zu arbeiten, hat er stets als Ordensmann gewirkt – im Geheimen. Dafür musste der heute 66-jährige Tscheche 1981 für etwa ein Jahr ins Gefängnis und wurde auch danach lange Zeit bespitzelt. Offiziell hat er viele Jahre in einer Fabrik gearbeitet. Die Erfahrungen, die er dort gesammelt hatte, waren für ihn im Bezug auf die Seelsorge sehr wichtig. „In der Fabrik habe ich gelernt, die Menschen so zu sehen, wie sie sind. Umgekehrt haben auch meine Arbeitskollegen den Priester als einen Menschen kennen gelernt, wie er arbeitet, welche Probleme er hat, wie er damit umgeht und welchen verschiedenen Belästigungen er ausgesetzt war“, erzählte er in einem Interview.
Werdegang. Dominik Duka wurde 1943 im tschechischen Königgrätz geboren. Nach der Matura arbeitete er zunächst als Werkzeugmacher in einer Schlosserei, da ihm die staatlichen Behörden bis 1965 das Theologiestudium verwehrten. 1968 trat er im Geheimen dem Dominikanerorden bei; 1970 wurde er zum Priester geweiht. Es folgten Berufsverbot und Gefängnisaufenthalt. Bis 1989 arbeitete Duka als Zeichner bei den Skoda-Werken in Pilsen. Nach der politischen Wende 1989 war er als Seelsorger und als Gastdozent für Bibelwissenschaften und biblische Anthropologie an der Universität von Olmütz tätig. 1998 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Königgrätz.
Erzbischof Dominik Dukau: „Toleranz, Nächstenliebe und die Achtung des anderen ist die Botschaft des Evangeliums.“