Es gibt auch in Österreich eine kleine, aber aktive Lobby, die dafür eintritt, das Töten auf Verlangen, schönfärberisch auch „aktive Sterbehilfe“ genannt, straffrei zu stellen. Dazu werden auch immer wieder Umfragen veröffentlicht, die von einer wachsenden Zustimmung der Bevölkerung für die aktive Sterbehilfe sprechen. Bei den Ergebnissen ist allerdings höchste Vorsicht geboten. Denn auch im privaten Gespräch merkt man, dass bei diesem Thema rasch einmal Verwirrung herrscht, denn Sterbehilfe ist nicht „Sterbehilfe“. Natürlich wünschen sich die meisten Menschen, dass sie im Sterben liebevoll, würdig und medizinisch angemessen begleitet werden. Das ist die gesellschaftliche und ethische Herausforderung – und nicht die Todesspritze.
Hans Baumgartner
Dauerhafter Friede in Darfur?
Seit 2003 herrscht in Darfur Krieg. Nun haben die sudanesische Regierung und eine der Rebellengruppen in Darfur ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Ist dieser Schritt nun ein Weg in Richtung Aussöhnung und dauerhafter Friede? Oder ist es vielleicht Taktik, hinter der sich andere Beweggründe verstecken? Tatsache ist, dass im April die ersten freien Wahlen (Präsidentschafts- und Parlamentswahlen) seit 24 Jahren anstehen. Und Sudans Präsident Omar Al-Baschir, gegen den der Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl wegen Verdachts auf Kriegsverbrechen erlassen hat, möchte sie gewinnen. Er will an der Macht bleiben, an die er sich 1989 geputscht hatte. Ob es tatsächlich zu einem Frieden in Darfur kommt, bleibt zu hoffen.