Eine der vielen Diskussionen zur Finanz- und Schuldenkrise. Da wurde locker hingesagt, die Griechen – und nicht nur sie – haben jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt. Die Herren am Tisch sind sich einig, nur die Frau (Küblböck von Attac) sieht das anders. Wer hat denn über seine Verhältnisse gelebt, fragt sie. Die Arbeitnehmer/innen, die seit Jahren Reallohnverluste hinnehmen mussten, oder die Vermögenden, die mit ihren wachsenden Geldbergen die Börsen angeheizt haben – und sich bis jetzt erfolgreich wehren, einen fairen Krisenbeitrag zu leisten? Oder Politiker, die sich Wahlen „erkaufen“ oder aus Prestige Verwaltungsreformen verhindern bzw. an sinnlosen Projekten festhalten?
Hans Baumgartner
Der Konflikt ist noch nicht vorbei
Wenn über Jahre hinweg nur eine Minderheit vom Wirtschaftswachstum eines Landes profitiert, der Rest der Bevölkerung aber in Armut lebt, sind Aufstände vorprogrammiert. So etwas kann auch in einem Land passieren, das zu Recht als „Land des Lächelns“ gilt. Es tut weh, wenn man sieht, dass in Teilen Bangkoks, in denen man schon als Tourist geschlendert ist und fasziniert war von der Freundlichkeit und Kultur der Menschen, schwere Straßenschlachten stattfinden. Die Proteste der „Rothemden“ sind zwar niedergeschlagen, doch der Konflikt bleibt. Die von Armut betroffenen Thailänder lehnen sich auf. Die soziale Kluft muss überwunden, die gespaltene Bevölkerung muss geeint werden. Doch der von den Thais verehrte alte König schweigt. Und die Vereinten Nationen haben es nicht gerade eilig, hier zu vermitteln.