„Woche für das Leben“ – erstmals in ganz Österreich
Ausgabe: 2010/21, Samenkorn, Früchte, Woche für das Leben, Österreich, Elisabethinum, St. Johann, Schulklasse, Behinderung, Lebenswallfahrt, Kreativität, Martina Kronthaler, Aktion Leben, Schwangere, Notlagen, Schober, Hilfsfonds
26.05.2010
Ende Mai, Anfang Juni wird heuer erstmals in allen österreichischen Diözesen eine „Woche für das Leben“ begangen. In der Erzdiözese Salzburg gibt es diese Initiative schon zum sechsten Mal.
In Deutschland wurde heuer die „Woche für das Leben“ als gemeinsame Initiative der katholischen und evangelischen Kirche bereits zum 20. Mal begangen. In Österreich sollen Ende Mai, Anfang Juni erstmals in allen Diözesen „Feste des Lebens“ gefeiert werden. Vorbild dafür ist die „Woche für das Leben“, die in der Erzdiözese Salzburg seit 2005 begangen wird – so die österreichischen Bischöfe bei ihrer Frühjahrskonferenz. In einem Hirtenwort im April luden sie noch einmal dazu ein, bei diesem Projekt für das Leben mitzumachen. Der Anstoß dazu kam von der Österreichischen Pastoralkommission, die sich im Herbst 2009 eingehend mit der Salzburger Initiative befasst hatte.
Viel Kreativität. In Salzburg wurde die „Woche für das Leben“ erstmals 2005 mit einer großen Plakataktion durchgeführt. Es war die erste öffentliche Aktion des auf Initiative von Erzbischof Kothgasser gegründeten „Forum Neues Leben“. Hier arbeiten für den Lebensschutz engagierte Personen und Organisationen für das Projekt „Woche für das Leben“ zusammen. Klare Leitlinien, eine externe Moderation und die ausdrückliche Vorgabe des Erzbischofs, dass er Zusammenarbeit wünscht, ermöglichen trotz erheblicher Differenzen, wie in Sachen Lebensschutz am besten vorzugehen ist, eine gute Arbeitsbasis. Ein fixer Bestandteil der „Woche für das Leben“ ist seit 2006 ein „Fest des Lebens“ im Dom und im Bischofsgarten. Seit 2007 wird die Lebens-Woche auf Initiative des Forum-Mitglieds Maria Schober auch von Pfarren, Schulen, Kindergärten und Eltern-Kind-Initiativen (EKI) begangen. Zunächst war es ein Pilotprojekt von vier Pfarren, im Jahr darauf machten schon 63 mit, dann 87 und heuer über 100. Es gibt Gottesdienste, Kinderfeste, Generationenwallfahrten, Vorträge, Familienfrühstücke, Segnungen für Schwangere und vieles mehr, freut sich Schober über die große Kreativität. Mit der Agentur Pürcher & Partner erarbeitet sie Materialpakete und Feiervorschläge. Allein heuer wurden von 76 Pfarren Fahnen angefordert, die von Kindern gestaltet und dann öffentlich aufgehängt werden. In 70 Pfarren weisen große Transparente mit Bibelsprüchen darauf hin, dass Gott ein Freund des Lebens ist. Ein Hit bei den Kindern ist das Steigenlassen von Luftballons mit „Wunschzetteln für das Leben“, erzählt Toni Pürcher.
Das Leben ist voller Überraschungen
„Das Leben ist ein Geschenk mit vielen, oft unerwarteten Überraschungen.“ Deshalb verteilt die Aktion Leben heuer rund um den „Tag des Lebens“ (1. Juni) in ganz Österreich „Über-raschungspakete“. „Der Inhalt der Pakete wurde uns von Firmen gespendet. Auch einige Spenden prominenter Persönlichkeiten sind darunter“, freut sich Martina Kronthaler, Generalsekretärin der Aktion Leben. „Wir wollen mit den Paketen, die wir für eine kleine Spende abgeben, darauf hinweisen, dass wir bei manchen Überraschungen des Lebens – wie einer ungeplanten Schwangerschaft – auf die Solidarität anderer angewiesen sind. Wir wissen aus unseren Beratungen, dass die Entscheidung für oder gegen ein Kind sehr davon abhängt, wie die ersten Reaktionen aus der Umgebung ausfallen. Ist da jemand, der sagt, super, wir schaffen das schon, oder jemand, der sagt, du musst das Kind ja nicht bekommen.“ Deshalb sei es wichtig, dass „unser Beratungs- angebot breit bekannt ist und wir bei finanziellen Engpässen rasch helfen können“, fordert Kronthaler eine öffentliche Werbung für Hilfseinrichtungen für Schwangere in Notlagen. „Außerdem fordern wir nachdrücklich die Einrichtung eines öffentlichen Hilfsfonds, wie es ihn in Deutschland seit 1984 bereits gibt. Obwohl die Zahl der Hilfesuchenden zunimmt, schaut die Politik bei uns aber immer noch weg“, ist Kronthaler enttäuscht.