Ausgabe: 2010/22, Friedensdienst, Ostjerusalem, Kopf der Woche, Brigitta Schmitt, palästinensische Bevölkerung, Israel, Freundeskreis, Ökumenischer Rat, Chorgesang,
02.06.2010
- Susanne Huber
Von 29. Mai bis 4. Juni findet weltweit die ökumenische Aktionswoche für Frieden in Palästina und Israel statt. Ein Friedens- und Solidaritätszeichen für Leute in dieser Region setzte auch Brigitta Schmitt. Sie begleitete drei Monate Menschen in Ostjerusalem.
Nach Israel ging es für Brigitta Schmitt zum ersten Mal 1993. „Ich hatte Kontakt zu einem israelischen Freundeskreis und bin in den folgenden Jahren dann insgesamt fünfmal nach Israel gereist, um dort deutsch-israelische Jugendbegegnungen zu leiten“, erzählt die 62-jährige Bonnerin, die an der Mosel im Rheinland geboren wurde. Erst nach ihrer Pensionierung war es der ehemaligen Lehrerin dann wieder möglich, nach Israel zu fahren. 2008 leistete sie – im Zuge eines Programms für Frieden in Palästina und Israel (EAPPI), das vom Ökumenischen Rat der Kirchen initiiert wurde – in Ostjerusalem einen dreimonatigen Dienst, um die örtliche Bevölkerung, die unter Besatzung und der israelischen Sperranlage leidet, zu begleiten. „Mein Anliegen ist es nun, aufzuklären, dass nicht nur die jüdische Seite in der Vergangenheit gelitten hat und wir nicht nur der israelischen Seite gegenüber Verantwortung haben. Denn zur gleichen Zeit, als der israelische Staat gegründet wurde, bedeutete das auch die Vertreibung der Palästinenser. Von israelischer Seite müsste anerkannt werden, dass die palästinensische Bevölkerung in Israel ein Lebensrecht hat“, so Schmitt.
Chorgesang. Während ihres Einsatzes in Ostjerusalem gab es oft Schrecken einflößenden Erlebnisse. Ein Ausgleich zu dem Erlebten war für die Bonnerin das Singen in einem Chor. „Die deutsche evangelische Gemeinde in Jerusalem traf sich jeden Dienstag zur Chorstunde. Da hab ich mitgesungen und das tat mir unheimlich gut. Wir haben dann schon mal in der Erlöserkirche in der Altstadt Jerusalems den Gottesdienst begleitet. (Siehe Themenseite Israel/Palästina)
Brigitta Schmitt: „Obwohl die palästinensische Bevölkerung von israelischer Seite oft schikaniert und gedemütigt wird, habe ich deren Durchhaltevermögen bewundert. Sie geben die Hoffnung auf Frieden im Land nicht auf.“