Kunst auf hohem Niveau prägt die kirchliche Landschaft in Oberösterreich. Die Diözese Linz ist österreichweit federführend in der künstlerischen Gestaltung ihrer Kirchen. Die Publikation „Kunst und Kirche auf Augenhöhe“ lenkt den Blick auf Arbeiten, die von 2000 bis 2010 hier entstanden sind.
Ein Altarraum soll neu gestaltet, ein Glasfenster entworfen werden. Das Kunstreferat der Diözese und die jeweilige Pfarre treten in Fällen wie diesen miteinander in Kontakt. An die 90 Projekte sind seit dem Jahr 2000 in der Diözese Linz (mit ihren mehr als 480 Pfarren) entstanden, 90 Künstler/innen waren beteiligt. Kunst und Kirche sollen einander auf Augenhöhe begegnen: „Liturgische Räume brauchen eine qualitätvolle künstlerische Gestaltung, weil durch die Sprache der Kunst der Mensch die Möglichkeit hat, Inhalte auszudrücken, die in plakativen Aussagen und im vordergründigen Gestalten nicht möglich sind“, erklärt Ewald Volgger, Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz, seinen Zugang.
Augen öffnen und vermitteln. Das Kunstreferat initiiert Ausschreibungen, vermittelt zwischen Pfarrangehörigen und Künstlern, öffnet die Augen für den Wert qualitätsvoller Kunst in Kirchen und kirchlichen Orten. Visionen, Bedürfnisse und Rahmenbedingungen müssen im Gespräch abgeklärt werden. Die Künstler/innen stehen mit Verantwortlichen der Pfarrpastoral während der Ausführung der Arbeiten im Austausch: „Sakralräume sind durch die Spiritualität außergewöhnliche Orte, die für mich als Künstler nicht nur inspirierend, sondern auch herausfordernd sind. Die Aura von Sakralräumen steigert die Sensibilität für das Empfinden von Kunst, auch zeitgenössischer“, sagt Alfred Haberpointner. Der Künstler gestaltete im Jahr 2005 den Altarraum in Hargelsberg neu, der Umschlag der Publikation zeigt den von ihm geschaffenen Kupferaltar. Herausragende Arbeiten sind in den vergangenen zehn Jahren entstanden: von Mondsee bis Kollerschlag, von Linz bis Peuerbach. Sie haben Eingang in die Publikation gefunden, die am 6. Juni um 16 Uhr bei einem Festgottesdienst im Linzer Mariendom Bischof Ludwig Schwarz zum 70. Geburtstag überreicht wird.
Zur Sache
Notwendiger Dialog
In der Publikation „Kunst und Kirche auf Augenhöhe. Künstlerische Gestaltungen in der Diözese Linz 2000–2010“ werden Beispiele zeitgenössischer Kunst in Kirchen und an kirchlichen Orten vorgestellt: mit Fotos, kurzen Beschreibungen sowie Zitaten diözesaner Entscheidungsträger/innen, Pfarrverantwortlicher, Kunstschaffender und Kunstexpert/innen. - Insgesamt sind es an die 90 Projekte, die in der Diözese Linz realisiert wurden. - Etwa 90 Künstler/innen haben Werke für kirchliche Orte entworfen. Neben Altarraumgestaltungen im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden Glasfenster, Tore, Kreuzwege, Taufstellen, Glocken, diözesane Ehrenzeichen, Kapellen und Gedenkzeichen geschaffen. Mit der Vergabe von Aufträgen, Projekten und Ausstellungen ist die Diözese Linz seit vielen Jahren auf einem guten Weg, den notwendigen Dialog von Kunst und Kirche als Begegnung auf Augenhöhe zu führen.
- Mit Textbeiträgen u.a. von S. Adlberger, M. Gelsinger, A. M. Geyer, A. Jöchl, M. Leisch-Kiesl, H. Nitsch, G. Rückert, W. Schaffer, G. Schörghofer, E. Volgger, Erzbischof G. Ravasi, Präsident des Päpstl. Rates für Kultur.
- Zur Publikation ist eine gleichnamige Ausstellung mit Schautafeln konzipiert worden, die nun in der Kunststation Mariendom gezeigt wird. Die Ausstellung kann gerne entlehnt werden.