Künstlersonntag des Forums St. Severin lockte an die 200 Interessierte nach Linz
Ausgabe: 2010/22, Kunst, Künstlersonntag, St. Severin, Ursulinenkirche, Kunstsammlung
02.06.2010
- Elisabeth Leitner
Nach einem musikalisch gestalteten Gottesdienst in der Ursulinenkirche spazierten die kulturinteressierten Teilnehmer/innen in das benachbarte Landeskulturzentrum „Ursulinenhof“. Dort öffneten sich am 30. Mai die Pforten der Kunstsammlung des Landes OÖ.
Im Gottesdienst näherte sich Prediger Markus Schlagnitweit zunächst dem Thema des Künstlersonntags an. Dass im kirchlichen Kontext das Wort „Sammlung“ Assoziationen mit Klingelbeutel und Spendenkörbchen hervorruft, mag verwundern, zeigt aber die Realität des kirchlichen Alltags. Dass Sammeln auch gänzlich anderes meint, macht das Wort „sich sammeln“ deutlich: nicht Masse ist gefragt, sondern Reduktion und Konzentration. „Das eigentliche Ziel geistlicher Sammlung besteht – in einem seltsamen Widerspruch zur sonst üblichen Wortbedeutung von ,Sammeln‘ – aber geradezu in einem Loslassen und inneren Leerwerden, um sich ganz dem göttlichen Du zu öffnen“, so Schlagnitweit in seiner Predigt. Auch die Kunst vermag es, Menschen zu sammeln und aus den Räumen der alltäglichen Wahrnehmung herauszuführen, schlug Schlagnitweit eine Brücke zum nächsten Programmpunkt: dem Besuch der Kunstsammlung und der Artothek des Landes Oberösterreich.
Fördern, zeigen, verleihen. Dr. Martin Hochleitner, der Leiter der Oö. Landesgalerie, begrüßte die 200 Gäste im Ursulinenhof und führte kurz in die Entstehungsgeschichte der Kunstsammlung ein: Diese ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Das Bürgertum beteiligte sich wesentlich daran, private Kunsthändler wie Wolfgang Gurlitt stifteten Kunstwerke. Zudem tätigt das Land OÖ seit 1946 selbst Werkankäufe, vorrangig um Künstler/innen zu fördern und deren Arbeiten bekannt zu machen. All das macht die Kunstsammlung aus, die heute an die 10.000 Objekte umfasst. Zurzeit werden jährlich an die 100 Werke erstanden, 200.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Die Arbeiten werden als Leihgaben zur Verfügung gestellt. In der Artothek können Privatpersonen Kunstwerke zu günstigen Bedingungen entlehnen und so zu Hause mit einem Original leben.