Ausgabe: 2010/23, Loch, Golf, Mexiko, British Petrol, Unglücks-Bohrloch, Klima, Golf von Mexiko, CO2, technische Revolution, Matthäus Fellinger, Folgeschäden, Leitartikel
09.06.2010
British Petrol nennt es einen Erfolg. Die Hälfte des aus dem Unglücks-Bohrloch im Golf von Mexiko entweichenden Erdöls könne jetzt aufgefangen werden. Es wird nun erst später, nachdem es den üblichen Kreislauf der wirtschaftlichen Nutzung, letztendlich der Verbrennung, hinter sich hat, in die Natur zurückgeführt. Die Folgen merkt man dann nicht so rasch. Das Klima wird halt unberechenbarer, das CO2 in der Luft zu viel. Was aus allen Bohrlöchern der Welt – auch aus den „sicheren“ – herausströmt, belastet die Erde nicht minder – nur langsamer, nicht so unmittelbar und nicht so augenfällig. Die „technische Revolution“, wie sie vor einem guten Jahrhundert die Erde mit heute so deutlich sichtbaren Folgeschäden verändert hat, lobte sich für ihren Erfindungsreichtum. Heute suchen viele das Heil in der Reparatur. Man repariert Bohrlöcher, repariert die aus dem Takt geratene Finanzwirtschaft. Den „Erfindern“ neuer Wege wird Skepsis entgegengebracht. Doch Reparaturen reichen nicht tief genug. Es braucht ein Umdenken, ein neues Verhalten. Die Lösung der Probleme soll man nicht British Petrol überlassen. Die Bewahrung der Schöpfung ist ein Kernanliegen der christlichen Kirchen.