Am 8. Juni präsentierten Bischof Ludwig Schwarz und Arbeiterkammer-Präsident sowie ÖGB-Landesvorsitzender Johann Kalliauer ein „Manifest der Gerechtigkeit”.
Kalliauer und Schwarz fordern darin eine Politik, die den sozialen Zusammenhalt fördert und die Verwirklichung des Rechts auf Arbeit – mit existenzsichernden, sinnstiftenden und würdigen Arbeitsbedingungen – sicherstellt. Notwendig dafür seien unter anderem gerechte Beiträge von Vermögen und Gewinnen zur Gemeinwohlfinanzierung, existenzsichernde Sozialleistungen sowie eine ausgewogenere Verteilung der Arbeit durch kürzere Vollzeit und weniger Überstunden. Mehr Lebensqualität in allen Regionen und neue lokale Arbeitsplätze sollen durch den bedarfsgerechten Ausbau von Bildung, Kinderbetreuung, Pflege und Kultur geschaffen werden. „Wenn heute Steuergelder verwendet werden müssen, um Banken zu retten, statt Spitäler zu erhalten, Bildung zu gewährleisten oder alte Menschen würdig bis an ihr Lebensende zu versorgen, ist die Schieflage unübersehbar. Gewinne in den Taschen weniger zu häufen und Verluste von der Allgemeinheit tragen zu lassen“, könne die Kirche nicht hinnehmen, sagt Bischof Schwarz. AK-Präsident Kalliauer setzt bei der Steuergerechtigkeit an: Würden die Vermögenssteuern auf europäisches Niveau angehoben, könnte der Staat jährlich vier Milliarden Euro mehr einnehmen. Finanztransaktionssteuer, Besteuerung von Spekulationsgewinnen und die Steuerprivilegien der Privatstiftungen abzuschaffen, seien Fragen der Verteilungsgerechtigkeit. Lohnsteuerzahler/innen aber sollten entlastet werden.