- Mahnerin. Vergangenen Sonntag feierte die große österreichische Zeitgeschichtlerin und engagierte Katholikin Erika Weinzierl ihren 85. Geburtstag. Sie hat durch ihre couragierte historische Durchleuchtung des Nationalsozialismus einen wesentlichen Beitrag gegen das „Vergessen und Verdrängen“ in Österreich geleistet. Bei aller Kritik am kirchlichen Antijudaismus war Weinzierl eine der Ersten, die den hohen Blutzoll der Kirche während der NS-Zeit aus dem Vergessen hervorhob.
- Transparenz nicht alles. Im Hinblick auf die anstehenden Bischofsernennungen in Österreich meinte der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng, die Kirche habe erfahren, „welche Nachteile entstehen, wenn bestimmte Gruppen oder Personen unbedingt kontrollieren, wer Bischof wird“. Tatsache ist, dass sich bisher bei den umstrittenen Bischofsernennungen in Österreich ausschließlich konservative Gruppen auf dubiosen Wegen Einfluss verschafft haben. Deshalb ist zu fragen, was es bedeutet, wenn Küng die Forderung nach mehr Transparenz und Mitbestimmung bei Bischofsernennungen mit dem Satz abtut, diese seien kein „Allheilmittel“.
- Armut Realität. Für eine rasche Einführung der Mindestsicherung traten in einer gemeinsamen Erklärung Kardinal Christoph Schönborn und der Wiener Caritasdirektor Michael Landau ein. Angesichts der durch die Wirtschaftskrise verschärften Realität der Armut sei es unverantwortlich, die mit 1. September geplante Mindestsicherung erneut zu verschieben. Damit droht derzeit die ÖVP.