Statt zu einem „Elternkompass“ haben die Pfarren Eggerding und Zell an der Pram zum „Väterkompass“ eingeladen. Die Teilnehmer waren begeistert.
Die Themen, um die es beim Elternkompass geht, sind eher weiblich besetzt in unserer Gesellschaft: Erziehung, Lernen, Spielen, Werte und Kommunikation. „Die Männer haben es sehr genossen, unter sich zu sein“, erzählt Referent Manfred Hofmann. Die Väter waren sich einig, dass sie in dieser speziellen Runde mit Anleitung anders über Vater-Themen reden konnten. Am Stammtisch mit Freunden und Bekannten passiert das nicht von alleine.
Zu wenig Zeit. Josef Einböck ist Leiter der Katholischen Männerbewegung in Eggerding. Als solcher sieht er es als seine Verpflichtung, etwas für Väter zu tun, denn „für Mütter gibt es viele Angebote zum Austausch, für Väter kaum“. Und die Rückmeldungen der 16 Teilnehmer haben im Recht gegeben. Die Sorgen der Väter waren recht ähnlich: Die meisten haben zu wenig Zeit für die Kinder, weil sie beruflich sehr gefordert sind, und vieles, was die Kinder betrifft, wird von den Müttern erledigt. „Die Kindererziehung geht da bestenfalls nebenbei“, so Josef Einböck. Er kann sich vorstellen, warum sich Väter weniger mitreißen lassen, wenn es um Veranstaltungen zu Elternbildung geht: „Was Frauen wichtig erscheint, fällt Männern oft gar nicht auf, und umgekehrt. Wenn es zu Zwistigkeiten deswegen kommt, hören Männer oft das Argument: ,Ich mach‘ die Kindererziehung.‘“ Er findet es schade, dass die meisten Männer so wenig mit ihren Kindern zu tun haben, weil sie ihre Anliegen in der Erziehung dann auch nicht umsetzen können. Und das ist wiederum schlecht für die Entwicklung der Kinder.Die Väter in Eggerding haben jedenfalls Geschmack an Elternbildung bekommen. Sie planen ein Nachfolge-Seminar.
- Elternkompass. Elternsein als Kraftquelle, Basisseminar; Kraftquelle Dialog, Weiterführung, Information zu beiden: SPIEGEL – Elternbildung der Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, Tel. 0732/76 10-32 18.