Der 26-jährige Schweizer Stephan Sigg schreibt über religiöse Themen und ist damit sehr erfolgreich. 25 Bücher hat er bereits veröffentlicht. Ein Porträt.
Stephan Sigg schreibt, seit er als Volksschulkind Lesen und Schreiben gelernt hat. Zuerst sind es Gedichte und Kurzgeschichten, später auch längere Erzählungen und Theaterstücke. Mit seinem Debüt „Ein Dezembertraum“ sorgte der Schweizer bereits als 16-Jähriger für großes Medieninteresse. Mit „Treibstoff“ hat er ein modernes Gebetbuch geschrieben, das auch in andere Sprachen übersetzt wurde. Trotz des frühen Erfolges: Der junge Mann macht einen ganz normalen Eindruck, freundlich und interessiert und keine Spur arrogant. Stephan Sigg hat in Chur katholische Theologie studiert und verdient sein Geld als teilzeitbeschäftigter Online-Redakteur bei der Schweizer Kirche. Und ansonsten schreibt er, macht Lesereisen und Workshops.
Für eine zeitgemäße Kirche. Zum Theologiestudium kam er weniger aus Frömmigkeit denn aus intellektuellem Interesse. Viele seiner Freunde wollten diese Entscheidung erst einmal gar nicht glauben und haben sie für einen Scherz gehalten, erzählt er. Doch für ihn war es genau das Richtige, diese Überzeugung kann man ihm ansehen. Auf Unverständnis zu stoßen, wenn er sich als Theologe zu erkennen gibt, ist ihm nicht fremd. „Da hat man gleich eine Diskussion.“ Es ist auch in der Schweiz nicht einfach, sich für eine zeitgemäße Kirche zu engagieren.
Hat das Leben einen Sinn? Doch die Themen der Theologie sind die wichtigen Lebensthemen, meint Stephan Sigg. Was heißt Nächstenliebe heute konkret? Was bedeutet Barmherzigkeit? Wie gehe ich mit Angst und Einsamkeit um? Hat das Leben einen Sinn? Diese Themen will er in seiner Sprache, die eine klare und einfache ist, weitererzählen und sich nicht hinter Worthülsen verstecken. „Gerade bei theologischen Themen ist es die größte Herausforderung, eine einfache Sprache zu finden, ohne die Inhalte zu banalisieren“, sagt er. Da macht es keinen Unterschied, ob das Zielpublikum Jugendliche oder Erwachsene sind. Er schreibe für Jugendliche, weil er selbst noch nahe an dieser Lebensphase dran sei.
Antworten der Bibel. Aber Stephan Sigg ist kein Missionar. Er will den Jugendlichen nicht sagen, was sie glauben sollen, sondern ihnen helfen, sich mit ihren eigenen Fragen auseinanderzusetzen. Und dafür hat die Bibel immer noch häufig eine Antwort bereit. Das zeigt er in seinem neuesten Buch „Auf mich kannst du zählen“, das im Frühjahr im Gabriel Verlag erschienen ist. Es beinhaltet zwölf Geschichten aus der Lebenswelt heutiger Jugendlicher, die sich an biblischen Gleichnissen orientieren und wie diese oft überraschend verlaufen.
Glaube ist keine Theorie. Neben den religiösen Themen sind es Themen der Weltwirtschaft, die den jungen Autor beschäftigen. Er engagiert sich im Verein „Terrafair“ für fairen Handel. Daraus ist ein Kinderbuch über Tante Emmas Schokoladen entstanden. Da geht es um den Kakaoanbau und darüber, was konventionelle Schokolade von fair gehandelter Schokolade unterscheidet. Das Ganze ist in eine spannende Geschichte für Kinder verpackt. Genau genommen ist das auch kein wirklich anderes Thema, meint Stephan Sigg, denn Gerechtigkeit – und damit fairer Handel – ist schließlich ein Kernthema des Christentums, und der Glaube ist keine Theorie, sondern etwas, das sich im Leben zu bewähren hat.
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