Ausgabe: 2010/24, Fairness, Welt verändern, Fußball-WM, Südafrika, FairPlay, save your planet, Salesianer Don Bosco, Ludwig Eidenhammer, Franz Basdera
16.06.2010
- Interview: Susanne Huber
Bei der Fußball-WM in Südafrika sind die Helden der jeweiligen Mannschaften um faire Spiele bemüht. Ludwig Eidenhammer möchte mit seinem Jugendevent am 23. Juni im Linzer Stadion zu einer fairen Welt beitragen. Sie sind Organisator des Events „FairPlay World 2010“. Worauf dürfen sich die Schüler/innen aus ganz Österreich freuen? Eidenhammer: Es wird ein Fest für alle Sinne mit einer Menge an Spielen und Workshops. Beispielsweise ist eine „Fahnenparade“ geplant, bei der die Vielfalt der Völker der Erde sichtbar wird. Bei „paint the cow“ gibt es die Möglichkeit, mit dem Wiener Künstler Franz Basdera ein Kunstwerk zu malen. „High enough“ ist eine Art Mutprobe, da können die Jugendlichen in einem am Kran befestigten Korb nach oben fahren – die Mutigsten werden es bis zu 100 Meter schaffen. Im Bereich „save your planet“ geht es um erneuerbare Energie. Hier wird ausprobiert, wie mittels Sonnenenergie ein Spiegelei gebraten werden kann.
Anlässlich der WM wird es ja auch einen Südafrika-Schwerpunkt geben ... Eidenhammer: Ja. Im Bereich „K(l)ick 4 South Africa“ können die Schüler/innen ihre Solidarität mit den Straßenkindern Südafrikas zeigen und ein Tor schießen. Der gesamte Erlös der Veranstaltung kommt übrigens „Jugend Eine Welt“ zugute. Unterstützt werden Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche in Südafrika. Highlight des Events ist das Fußballspiel LASK gegen SK Vorwärts Steyr. Auch Toni Polster, Schirmherr der Veranstaltung und Partner von „Jugend Eine Welt“, wird da sein.
Sie sagten, es wird ein Fest, wo alle Sinne angesprochen werden. Was heißt das? Eidenhammer: Zum Beispiel wird es fair gehandelte und vom Maler Basdera gestaltete T-Shirts geben, die als Fahrkarte und auch als Eintrittskarte gelten. Die Leiberl gibt es in fünf verschiedenen Farben und Düften als Symbol für die jeweiligen Kontinente. Für Afrika gibt es etwa kaffeebraune T-Shirts, die nach Kakao duften. Die Botschaft dahinter ist, wir können uns riechen, wir alle leben auf dem einen Planeten Erde, keiner kann abhauen; und so müssen wir eine Lösung finden, um friedlich und fair miteinander zu leben.
Der faire Umgang miteinander steht ja im Zentrum des Events? Eidenhammer: Ja, und zwar geht es um einen fairen Umgang mit unseren Mitmenschen, mit der Umwelt, der Natur und auch um Fairness in der Wirtschaft. Für mich ist wichtig, anhand von Großprojekten zu zeigen, dass eine Gesellschaft verändert werden kann. Deswegen steht die Veranstaltung unter einem fairen Leistbar-Prinzip. Das heißt, die Kinder können sich aussuchen, ob sie beispielsweise für ein Getränk 80 Cent oder 1 Euro oder für die Eintrittskarte 10 oder 15 Euro bezahlen, je nachdem wie ihre Familiensituation ist oder wie viel Taschengeld sie bekommen. Wenn dieses Leistbar-Prinzip bei einem Groß-Event funktioniert, dann funktioniert es auch bei einer Gemeindefeier oder beim Pfarrfest. So kann eine Lawine ins Rollen kommen, die die Welt verändert. (Siehe auch Kopf der Woche)
- Infos/Anmeldung unter: wwwfairplayworld.com
Zur Sache
Seit über 100 Jahren sind in Südafrika Salesianer Don Bosco in der Jugendarbeit tätig. Drogen und Gewalt in den Elendsvierteln, eine rasch steigende Zahl von Aids-Waisen und schlechte Ausbildungschancen für die Kinder aus den Vorstädten und den armen Landregionen sind die Herausforderungen, denen sich die Salesianer heute gegenübersehen. Mit Fußballschulen, wie der in Walkerville, wollen sie nicht nur armen Kindern und Jugendlichen Bildung ermöglichen, sondern durch die gezielte Pflege des Sports ihr Selbstwertgefühl steigern. In Kapstadt holen sie Jugendliche von der Straße und lassen sie ein Jahr lang zu Zauberern, Jongleuren und Clowns ausbilden. Und sie organisieren das landesweite Aids-Vorbeugeprogramm „Life Choices“. Jugend Eine Welt unterstützt dieses Engagement.