„Wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen.“ Das sagte Papst Benedikt in seiner Predigt zum Abschluss des Priesterjahres am vergangenen Freitag. 15.000 Priester aus 97 Ländern feierten mit Papst Benedikt am Freitag vergangener Woche in der „größten Konzelebration der Kirchengeschichte“ den Abschluss des Priesterjahres. Bischof Klaus Küng, der mit 130 Geistlichen aus Österreich am dreitägigen Priestertreffen in Rom teilgenommen hatte, sprach von einem „starken Erlebnis der Einheit“.
Vergebungsbitte. Ob und wie Papst Benedikt die Missbrauchsfälle durch Priester aufgreifen werde, darüber wurde im Vorfeld des Priestertreffens viel spekuliert. In seiner Predigt beim Schlussgottesdienst sprach der Papst das Thema an und man spürte seine tiefe Betroffenheit, als er es als „Wirken des bösen Feindes, dem das neue Leuchten des Priestertums nicht gefallen würde“ deutete, dass ausgerechnet im „Festjahr des Priestertums die Sünden von Geistlichen publik geworden seien, die ihren Auftrag und ihre Fürsorge um die Menschen ins Gegenteil verkehrten“. Der Missbrauchsskandal, so der Papst, habe das Priesterjahr überschattet, aber nicht zerstört. Denn dieses Jahr sei nicht als „Eigenlob für menschliche Leistungen der Kleriker“ geplant gewesen, sondern es sollte die Priester in ihrem Dienst stärken, die Liebe und Fürsorge Gottes für die Menschen deutlich zu machen – trotz aller Schwächen. Und dann kam die von vielen erhoffte klare Bitte um Vergebung, die auch vor dem Hintergrund mehrerer Begegnungen des Papstes mit Missbrauchsopfern zu lesen ist: „Wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen.“
Zölibat. Bei einer Gebetswache am Donnerstagabend betonte der Papst die Unverzichtbarkeit des Zölibats. Dieser sei eine Frage des Glaubens, der über das irdische Leben hinausreiche und – gemeinsam mit der Ehe – „das Fundament unserer christlichen Kultur“.