Wie schwindelfrei bin ich? Wie gut spielt LASK Linz? Was ist fairer Handel? Antworten auf vielfältigste Fragen bekamen 4000 Schüler/innen aus ganz Österreich beim Fair Play-World-Festival im Linzer Stadion.
Die Vuvuzelas sind nervtötend. Dennoch oder gerade deswegen sind sie nicht mehr von der Fußball-WM wegzudenken. Anders als in Südafrika ist der Lärmpegel bei den wenigen Trompeten im Linzer Stadion vernachlässigbar. Einer der „Vuvu“-Spieler, die für die Kameras posieren, ist Brian Matola. Während zu Hause die Fußball-WM steigt, bringt der 22-jährige Kapstädter Schulkindern das südafrikanische HIV-AIDS-Präventionsprogramm näher. Sein „Life Choice“ Projekt, wird durch den Erlös aus Fair Play-World unterstützt. „Es ist ein Privileg, hier zu sein“, sagt Brian. Ihm macht es deshalb nichts aus, im Ausland zu sein, während die Heim-WM steigt. Das frühe Aus der Bafana Bafana trägt das Übrige dazu bei. „Wenigstens haben wir uns mit Anstand verabschiedet und auch die Franzosen aus dem Turnier geworfen“, findet Brian.
4000 Leute im Stadion. Statt der erhofften 13.000 Schüler sind es nur 4.000 geworden, die an dem Mittwoch Vormittag den Weg zur Fair Play-World gefunden haben. Der guten Unterhaltung tut das vor allem bei den vielen jüngeren Schüler/innen keinen Abbruch. Nach einer Fahnenparade, die im Zeichen der Völkervielfalt steht, ist das Benefizspiel wieder in der Region angesiedelt. LASK Linz beweist beim Spiel gegen Vorwärts Steyr mit 12:0 den Klassenunterschied zwischen den beiden Teams. Rund um das Stadion steigt ein tolles Rahmenprogramm, das spielerisch den Grundgedanken von Fair Play und Fair Trade vermittelt. Etwa durch die fair produzierten T-Shirts, die als Eintrittskarte dienen. Feine Nasen können riechen, dass diese „KUHlen“ Leiberl extra beduftet wurden. Nein, nicht nach Kuh, sondern nach so guten Gerüchen wie Kaffee. Die Botschaft: „Wir können uns alle riechen“.
Geld sparen. Klimaschutz steht dagegen beim Solar-Infostand im Mittelpunkt. Wie es funktioniert, will Johannes Hochmayr aus Allhaming genau wissen. Das Elternhaus des 15-Jährigen ist seit Jahrzehnten mit Solarzellen bestückt. Nun soll aufgerüstet werden. Das simple Ziel: „Geld sparen“. Während die Solarexperten nicht gerade von Besuchern überrannt werden, ist ein Wuzlerautomat Publikumsmagnet. Dort können Schüler/innen selbst zur Spielfigur werden. So begehrt ist das, dass die Professoren ihre ganze Autorität aufbieten müssen: „Wer nicht zu uns gehört, muss raus“, erkämpft ein junger Lehrer aus Mondsee seinen Schützlingen einen heißbegehrten Platz.
100 Meter in der Luft. Abstand von diesem Gedränge können die Schüler/innen in 100 Metern Höhe gewinnen. Lautlos schwebend hievt ein Kran den Käfig in luftige Höhen. Oben werden schnell die Handykameras gezückt, dann geht es wieder zurück auf sicheren Boden. „Nur die Mädchen haben sich ein bisschen gefürchtet. Wir nicht“, erzählen Daniel Jungwirth und Tobias Reiter aus dem BRG Rohrbach nachher stolz. Da gibt der Kranführer schon das Signal für die nächste Hochschaufahrt. Dazu bläst er, – wie könnte es anders sein – in eine Vuvuzela.
Jugend Eine Welt
Mehr über das „Life Choice“ Projekt erfahren Sie nächste Woche auf den Themenseiten der KIZ.