Bei Tieren und Pflanzen hat man es begriffen: dass es so nicht weitergehen kann, wenn Jahr für Jahr ganze Arten aussterben. Es war eine Sackgasse, nur dem ein Lebensrecht einzuräumen, was essbar, vermarktbar und zähmbar ist. Auch im kulturellen Leben und im Religiösen gibt es die Bedrohung der Vielfalt. Selbst in der Kirche macht es sich breit: Dieses Schielen nach oben, nach Autoritäten, nach den „Berühmten“ der Kirche. Doch das „Jüngste Gericht“ fragt nicht: Wessen „Fan“ bist du gewesen? „Wer bist du, und was hast du getan?“, lautet die Frage. Dem einzelnen Menschen schreibt das Evangelium schier unglaubliche Bedeutung zu. Das ist Wertschätzung pur. Vielfalt, die keine Gesellschaft zustande bringt. Ob im Himmel oder auf Erden: Das Leben ist keine Castingshow. Auf jeden und jede kommt es an.