Ausgabe: 2010/26, erster Schritt, Hans Baumgartner, Bischöfe, Missbrauch, Reformgruppen, Vertrauen, Gipfeltreffen, Toronto,G20, Regierungschefs, Finanzmärkte
30.06.2010
Ein erster Schritt – aber nicht mehr
Die von den Bischöfen verabschiedete Rahmenordnung gegen Mißbrauch und Gewalt in der Kirche findet auch von den „Reformgruppen“ Zustimmung. Nun gelte es, so sagt der Gründer der Wiener Ombudsstelle und Sprecher der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, dass dieses Papier auch mit Leben gefüllt wird und dass man dranbleibt – und nicht wieder in alte Muster zurückfällt. Ein entschlossener, und an den Opfern orientierter Umgang mit Missbrauch und Gewalt in der Kirche ist das eine, das hoffentlich gelingt. Seit Jahren anstehende Reformen sind das andere. Sie werden ebenso notwendig sein, um aus der Krise eine Chance zu machen und neues Vertrauen und neue Lebensbedeutung zu gewinnen.
Hans Baumgartner
Es ist schwer, sich einig zu werden
Das teure Gipfeltreffen der 20 großen Industrie- und Schwellenländer in Toronto ist vorbei. Herausgekommen sind nur vage, nicht verbindliche Ergebnisse. Wenn es um weltweite Probleme und Krisen geht, müssen die G20 auch weltweit verbindliche Lösungen bieten. Doch sie konnten sich nur schwer einigen – beispielsweise auf schärfere Regeln im Hinblick auf die Finanzmärkte oder auf eine internationale Bankenabgabe. Auch Fragen die Entwicklungshilfe und die Umwelt betreffend wurden ausgespart. Einigkeit herrschte unter den Staats- und Regierungschefs der G20 zwar darüber, dass man „die Weltwirtschaft wieder auf stabilen Wachstumskurs bringen“ wolle. Doch wie dieses Ziel erreicht werden soll, ist auch unklar. Für wichtige Reformen heißt es immer noch: Bitte warten!