Wir stehen in der höchsten Licht- und Trinitatiszeit. In dieser vollen Pracht, in der sich jetzt die Natur zeigt, erahnen wir nichts von der Wende, die diese Zeit prägt, in der auch der Gedenktag des heiligen Johannes des Täufers gefeiert wird. Wegen seines Wortes, mit dem er auf Christus hinweist: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“, weihte ihm die Kirche dieses Fest der Sonnwende, ohne das ursprüngliche Lichtfest zu verdrängen. Die Botschaft dieser Wende möchte uns im Blick auf Christus auf unsere innere Sonne hinweisen und unser wahres Wesen erkennen lassen, das Gott in uns grundgelegt hat. Die Christen in der Frühzeit sahen in Christus die eigentliche Sonne, die nie untergeht. So beginnt zu diesem Übergang auch die Natur ein Wachsen nach innen. Bäume und Sträucher setzen Früchte an, Sonnenlicht wird umgewandelt in ätherische Öle und in Blättern und Wurzel-Rizomen gespeichert. Dieser Prozess spiegelt sich auch in der hohen Lichtpflanze, dem Johanniskraut, wider: „Es ist ein Geschehen der Liebe, das aus dem Johanniskraut die Lichtpflanze macht“, so eine alte Legende. Es kann dieses kosmische Licht der Sonne in sich wandeln, sodass es von unserem Körper aufgenommen werden kann und uns als Nervenkraft eine Hilfe ist, gerade in Zeiten einer Lebenswende, die auch oft mit einer Krise einhergeht.
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