Ausgabe: 2010/27, Ordensmann, Politik, Luistro, Aquino, Präsident, Philippinen, Sexualkundenunterricht
07.07.2010
- Susanne Huber
Benigno Aquino ist neuer Präsident der Philippinen. Als Bildungsminister holte er sich einen Ordensmann in sein Kabinett: Bruder Armin Luistro übernimmt damit ein Schlüsselressort im Programm von Aquino.
Lange und ausführlich wurde beraten, bis der katholische Orden der „De La Salle Schulbrüder“ letztlich grünes Licht gab: Mitbruder Armin Luistro konnte das Angebot, Bildungsminister im Kabinett des neuen philippinischen Präsidenten Benigno Aquino zu werden, annehmen. Aquino möchte vor allem gegen Korruption und Armut in seinem Land vorgehen. Dass er sich für Armin Luistro als Minister für Bildung entschieden hat, ist gut nachvollziehbar, hat er doch viel Erfahrung in der Ausbildung junger Menschen. Der Ordensmann und Pädagoge Luistro ist seit 2004 Präsident der katholischen Privatuniversität „De La Salle“ in Manila, die zu den führenden Hochschulen auf den Philippinen zählt. Die Universität wird vom Orden der „De La Salle Schulbrüder“ geführt und begeht nächstes Jahr ihr 100-Jahre-Gründungsjubiläum. „Es war nicht geplant, dass ich in die Politik gehe, das kam alles sehr schnell. Und so bin ich dabei, meinen Nachfolger für die Universität zu suchen und ihm mein Amt korrekt zu übergeben“, so der 48-Jährige, der in Lipa City, einer Stadt in der philippinischen Provinz Batangas, geboren wurde.
Sexualkundeunterricht. Viel Aufregung gab es in den vergangenen Wochen um den Sexualkundeunterricht, der auf den Philippinen erst Anfang Juni an Schulen als Pilotprojekt eingeführt wurde. Auf Druck der Kirche ist das umstrittene Programm wieder abgesetzt worden. Nun soll Bruder Armin Luistro das Konzept prüfen. Konkrete bildungspolitische Pläne gab er noch nicht preis.
„Es gibt unterschiedliche Ansätze von Sexualerziehung. Ich denke, die Frage, die gestellt werden muss ist nicht, ob wir den Sexualkundeunterricht befürworten sollen oder nicht, sondern welche Art von Erziehung wir an die jungen Menschen weitergeben sollen.“ Bruder Armin Luistro