Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hatte vor zwei Wochen bei Durchsuchungen am Sitz der Erzdiözese Mechelen-Brüssel, in der Kathedrale von Mechelen und bei der unabhängigen Missbrauchskommission zahlreiche Akten und PCs konfisziert. Den versammelten Bischöfen wurden die Handys abgenommen. Auf der Suche nach belastendem Material wurden auch Sarkophage verstorbener Erzbischöfe in der Kathedrale aufgebrochen. Der Vatikan protestierte. Die Staatsanwaltschaft verwies auf Hinweise, dass der Justiz Beweismaterial unterschlagen worden sei. Die Missbrauchskommission hatte aus Protest gegen das Vorgehen der Behörden ihren Rücktritt erklärt. Die belgische Generalstaatsanwaltschaft zog jetzt das Verfahren in der Missbrauchs-Causa an sich. Sollte sich herausstellen, dass bei den Durchsuchungen nicht alle Regeln eingehalten worden seien, könnten sie entweder für nichtig erklärt oder der bislang zuständige Untersuchungsrichter abgelöst werden.