Das Freiwillige soziale Jahr (FSJ) ist eine Zeit des Helfens, der Veränderung und der Neuorientierung. Die KirchenZeitung begleitet junge Leute während des FSJ. Start einer neuen Serie.
Rund 230 Leute machen derzeit ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ). Jetzt im Sommer laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren für den neuen Turnus, der im Herbst startet. An einem Mittwochvormittag haben sich wieder zehn junge Leute für das Aufnahmegespräch im Linzer Diözesanhaus versammelt.
Sparsamkeit. Der einzige Bursch ist Johannes Jakober aus Kirchdorf an der Krems. Von seiner Schlosserlehre will er auf den Sozialbereich umsteigen, weil er sich dort „viele nette, gemütliche Leute“ als Kollegen erwartet. Für die kommenden Aufgaben sieht er sich gut gerüstet: „Ich arbeite gerne mit Leuten zusammen und nehme jeden, wie er ist.“ Außerdem müsse man das FSJ machen, solange man jung ist. Während des FSJ mit insgesamt 330 Euro an monatlicher Unterstützung auszukommen, sei kein Problem. Das funktioniert mit Sparsamkeit, wie Johannes meint. Und immerhin wird auch die Verpflegung und Unterkunft an den Einsatzorten zur Verfügung gestellt.
Persönliche Entwicklung. Bei den meisten werden die Eltern noch was drauflegen. Wie bei Patricia Karner, die aus Scheibbs kommt und schon Erfahrungen im Behindertenbereich gesammelt hat. „Ich glaube, dass mich dieses Jahr weiterbringen wird.“ Die Maturantin erhofft sich bessere Chancen für einen Ausbildungsplatz im Sozialbereich. Dort ist das FSJ hoch angesehen und dient als Tür öffner. Ähnliche Motive hat auch Katharina Schmid aus Pfarrkirchen bei Bad Hall. „Ich möchte mein Hobby zum Beruf machen“, sagt die ehrenamtliche Jugendleiterin. Für viele junge Menschen ist das FSJ zudem eine gute Möglichkeit, die Zeit bis zu einem Ausbildungsplatz zu überbrücken bzw. Erfahrungen zu sammeln, ob ein Beruf im Sozial-, Therapie- oder Pflegebereich für sie passt. „Nachher wissen sie genau, was sie wollen“, betont Margarethe Hangler, FSJ-Organisationsreferentin.
Der nächste Schritt. Rund 90 Prozent der Kandidat/innen werden durchschnittlich für das FSJ genommen. Auch Patricia, Johannes und Katharina haben es geschafft. Sie haben zwei Wochen Bedenkzeit. Sollten sie dabeibleiben, wartet schon der nächste Schritt. Der Vorbereitungskurs, bei dem die konkreten Einsätze bestimmt werden.
FSJ-Serie
Ein Jahr lang wird die KirchenZeitung in einer losen Serie junge FSJler begleiten. - Für das nächste Jahr kann man sich noch bewerben: www.fsj.at