Der Reformation und Gegenreformation ist die oberösterreichische Landesausstellung gewidmet – jener Epoche also, in der die Frage des rechten Gottesglaubens ziemlich gewaltsam ausgetragen wurde. Ob katholisch oder evangelisch, das wurde zur Frage der machtpolitischen Überlegenheit – und der Unterwerfung. Für viele, die sich nicht unterwarfen oder beugen ließen, bedeutete dies die Vertreibung. Das war falsch, bekennen heute die christlichen Kirchen.Und trotzdem besteht diese Gefahr auch heute. Wenn auf Kirchendisziplin mehr Bedacht genommen wird als darauf, ob Menschen aus freiem Herzen folgen können, dann kommt etwas von dieser alten Unterwürfigkeitserwartung zum Tragen. Dialog ist nicht nur eine Sache der Worte, sondern auch der gegenseitigen Achtung. Wenn die Kirche Wertschätzung von ihren Gläubigen erwartet, so muss dieselbe Wertschätzung auch umgekehrt zu den Menschen zurückfließen. Man muss sie spüren können. Die Evangelien haben diese zweifache Richtung: den Aufbau der Kirche als eine Gemeinschaft, an der man die Züge Christi erkennen soll – und den einzelnen Menschen, dass er zum Heil kommt. Vieles andere sollte sich nicht zu wichtig machen.