- Kirche und Aids. Anlässlich der Welt-Aids-Konferenz in Wien wies Bischof Klaus Küng auf das breite Engagement der Kirchen im täglichen Kampf gegen Aids hin. Etwa 50 Prozent der gesamten Aids-Hilfe werde von den Kirchen geleistet. Zur umstrittenen Kondomfrage meinte Küng, dass diese gegen Aids kein Allheilmittel sei. Es stehe jedoch nicht im Widerspruch zur Lehre der Kirche, Kondome in bestimmten Grenzfällen, etwa wenn ein Ehepartner infiziert ist, zu verwenden bzw. auch zu verteilen. Dabei gehe es nicht um Verhütung, sondern um den Schutz anderer.
- Aids-Hilfe umfassend. In einer Erklärung zum Welt-Aids-Kongress fordern die österreichischen Bischöfe ein ganzheitliches Vorgehen, das die Bereiche der Gesundheit (Zugang zu Medikamenten, besserer Schutz von Kindern etc.), der Vorbeugung (breite Information und verhaltensändernde Bewusstseinsbildung), der Stärkung der Rolle der Frauen und der Armutsbekämpfung umfasst.
- Missbrauch. In Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage teilte Justizministerin Bandion-Ortner mit, dass zum 15. Mai bei den Staatsanwaltschaften in Österreich 34 Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs oder körperlicher Gewalt in der Kirche anhängig waren. Mittlerweile sind einige Verfahren dazugekommen. Ermittelt wird gegen 22 Beschuldigte in Innsbruck, 13 in Graz, vier in Wien, drei in Feldkirch, zwei in Wels und je einen in Salzburg, Linz, Steyr und St. Pölten.