Schrill und provokant – so ist Nina Hagen, Rock-, Punk- und Gospelsängerin mit ausgeprägt opernreifer Stimme, vielen bekannt. In ihrer neuen Biografie „Bekenntnisse“ und ihrem aktuellen Album „Personal Jesus“ zeigt sie auch andere Seiten. Als roter Faden zieht sich ihre Glaubenssuche durch.
Ihr Leben und ihr erfolgreiches künstlerisches Schaffen kann man ohne Übertreibung als bunt und turbulent beschreiben. Die „Suche nach der Liebe Gottes“ war ihr da-bei immer ein zentraler Punkt. „Ich wollte Gott finden! Die Wahrheit! Den Autor meines Lebens! Meine wahre Heimat“, schreibt Nina Hagen in ihrem Buch. Und sie fand ihn, bereits in jungen Jahren. Das Interesse an Gott wuchs, als sie als Mädchen eine alte Bibel ihrer Mutter entdeckte. „Ich kann ohne Übertreibung von mir sagen, dass ich seit den frühen sechziger Jahren immer wieder, oft täglich, in der Bibel gelesen habe. Ohne Konzept, ohne Anleitung, aber mit nicht endenwollender Neugier“, so die Künstlerin und Mutter einer Tochter, Cosma Shiva, und eines Sohnes, Otis.
Taufe. Nina Hagen wurde am 11. März 1955 in Ostberlin geboren. Ihr jüdischer Vater Hans Oliva war Schriftsteller; ihre Mutter Eva-Maria ist Schauspielerin. Nach der Scheidung ihrer Eltern hat sie sich zerrissen und oft alleingelassen gefühlt. Zu ihrem Stiefvater, dem Liedermacher Wolf Biermann, verbindet sie väterliche Freundschaft. Aufgewachsen in einem atheistischen Umfeld, hat sie als Kind und Teenager vor allem mit ihrer „Ersatzmutter Muschel“ über Gott gesprochen. Die Katholikin habe ihr gezeigt, „wie gut das Beten tut“. Christin sei Nina Hagen schon immer gewesen, auch während ihrer Zeit, als sie sich mit dem Hinduismus beschäftigte und nach eigenen Worten „in falscher Mission unterwegs war.“ Am 16. August 2009 ließ sie sich in einer evangelisch-reformierten Kirche taufen.
Buchtipp: „Bekenntnisse“ von Nina Hagen. Verlag Pattloch 2010. Euro 17,99.