Als eine Parade der Liebe und Nächstenliebe und für den Frieden ist die „Loveparade“ 1989 in Berlin ins Leben gerufen worden. 2010 endete die Tanz- und Technoveranstaltung im deutschen Duisburg katastrophal: 19 Menschen sterben, weil sie in Folge einer Massenpanik erdrückt und niedergetrampelt wurden. Rund 350 Menschen sind schwer verletzt. Wer sich je inmitten einer Menschenmasse befunden hat, der weiß, wie es ist, wenn plötzlich ein beklemmendes Gefühl hochsteigt. Wenn nun die Angst mehr und mehr in den Vordergrund tritt und Leute in Panik geraten, stehen plötzlich alle Zeichen auf Überleben, das eigene Leben zu retten. Beim Versuch, sich in Sicherheit zu bringen, ist sich offenbar jeder selbst der Nächste. Da wird keine Rücksicht genommen auf andere, die schon am Boden liegen. Das sagen jedenfalls Psychologen über das Phänomen Massenpanik.
Bei Großveranstaltungen ist die Gefahr natürlich groß, dass es zu solchen Tragödien kommt; das hat die Geschichte immer wieder gezeigt. Fatal war in Duisburg aber vor allem, dass es zum Veranstaltungsgelände nur einen Zugang über einen Tunnel gab, in dem sich das Drama in einem Gerangel und Gedränge auf engstem Raum abspielte. Hier sind jene, die auf dem Weg zum Gelände waren, mit jenen, die die Party verlassen wollten, aufeinandergeprallt. Fatal auch, dass das Gelände nur Platz für 250.000 Menschen bot, aber 1,4 Millionen Menschen zum Feiern kamen. Viele stellen sich nun die Fragen: Warum konnte so etwas passieren und wer ist dafür verantwortlich? Das zu klären, wird sicher schwierig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen fahrlässiger Tötung.