Prince hat ein neues Album. Ja, genau, das ist der Typ, bei dem alles einst so was von purple war und der die 80er so sehr prägte wie Grunge die 90er und 9/11 die Nuller-Jahre. „20TEN“ hat er sein neues Werk betitelt. Und 2010 taucht Prince wieder voll und ganz in den Sound der 80er Jahre ein (oder versucht es zumindest). Die zehn neuen Songs sind beladen mit Synthiesounds und funkigen Gitarrenriffs. „Compassion“ mit seinem Dance-Rhythmus schürt die Hoffnung auf ein wunderbares Discoalbum, das mit dem einen oder anderen Prince-Hit der frühen Jahre mithalten kann. Doch bereits bei „Beginning Endlessly“ ersäuft das Album in einem Meer aus Synthesizern. Danach wechseln sich halbgare Schmuse-Soulnummern mit mittelmäßigen Pseudo-Disconummern ab. Einzig mit „Act Of God“ und dem selbstverliebten „Everybody Loves Me“ lässt Prince noch einmal sein Können aufblitzen. Doch es bleibt der schale Nachgeschmack, dass man irgendwie um den wahren, echten Geist der Eighties betrogen wurde und wir uns mit einer Mogelpackung abspeisen lassen müssen. Die neue Prince-CD gibt es als kostenlose Heftbeilage zur Augustausgabe des Rolling Stone zum Schnäppchenpreis von 7,50 Euro. Und wenn das neue Prince-Werk dann auch Sie nicht vom Hocker reißen mag, darf beim Lesen des Rolling-Stones-Artikels über das neue Album der Indie-Rockband Arcade Fire die eigene Vorfreude ins Unermessliche steigen, bis die Platte dann am 2. August erscheint.